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Das Frühstück verlagert sich ins Homeoffice © Darbo AG
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Redaktion 06.11.2020

Das Frühstück verlagert sich ins Homeoffice

Martin Darbo im Interview über Umsatzverschiebungen, Hamsterkäufe und Entwicklungen im Export.

••• Von Daniela Prugger

Die Marktanteile in Österreich bleiben bei Darbo stabil, vor allem in fordernden Zeiten, in denen Konsumenten auf vertraute Marken zurückgreifen. Mit einem Anteil von 59,6% (2018: 58,3%) ist das Tiroler Unternehmen weiterhin österreichischer Marktführer bei Konfitüren und Marmeladen. Die Auswirkungen der Coronakrise zeigen sich bei Darbo vor allem in einer Verschiebung der Umsätze innerhalb der Sortimente. Während das Geschäft mit Honig und Marmelade für die Gastronomie im In- und Ausland heuer schwächer läuft, liegt das Geschäft im LEH etwas über dem Vorjahr, erklärt Vorstandsvorsitzender Martin Darbo im Interview mit medianet retail. Die Auswirkungen der Coronakrise auf Darbo zeigen sich etwa in einer Verschiebung der Umsätze innerhalb der Sortimente:


medianet: Darbo zählt zu den bekanntesten Marken Österreichs. Wie sind Sie bisher durch die Krise gekommen und wie stehen Sie dem derzeitigen zweiten Lockdown gegenüber?
Martin Darbo: Wir kommentieren unterjährig keine Umsatzzahlen, aber was wir sagen können, ist, dass es zu einer deutlichen Umsatzverschiebung innerhalb der Segmente kommt: Der Lebensmittelhandel legt deutlich zu, der Gastronomiebereich verliert leider. Einen zweiten Lockdown hat sich natürlich niemand gewünscht, der wird den bestehenden Trend wohl verstärken.

medianet: Welche Maßnahmen muss Darbo ergreifen? Was hat sich verändert?
Darbo: Auf die Umsatzverschiebungen innerhalb der Geschäftsbereiche mussten wir bei Beschaffung und Produktion sehr flexibel reagieren; immerhin hat sich die Auslastung von verschiedenen Fertigungslinien stark verändert. Dank unserer Lieferanten und unserer engagierten Mitarbeiter haben wir diese Herausforderung sehr gut gemeistert. Besonders herausfordernd war die Zeit zu Beginn der Pandemie, wo es auch zu massiven Hamsterkäufen gekommen ist. Hier wurden unsere Ressourcen aufs äußerste beansprucht, aber wir sind froh, dass wir diese Zeit ohne größere Lieferausfälle meistern konnten.

medianet:
Wie hat sich der Exportmarkt entwickelt? In welchen Ländern ist die Situation seit der Krise schwierig geworden und warum?
Darbo: Die wichtigsten Exportländer liegen in unmittelbarer Nachbarschaft und dort ist die Situation durchaus mit Österreich vergleichbar. Im Lebensmittelhandel gibt es Zuwächse, während es in der Gastronomie starke Einbußen gibt.

medianet:
Wie stark wirkt sich das Ausbleiben der Touristen auf den Umsatz von Darbo aus?
Darbo: Wie erwähnt, gibt es in der Gastronomie deutliche Umsatzverluste. Aber gerade die aktuelle Situation zeigt, dass es für uns strategisch richtig war, auf viele Absatzkanäle wie Lebensmittelhandel, Gastronomie, weiterverarbeitende Industrie von Bäckereien und Molkereien zu setzen.

medianet:
Inwiefern beobachten Sie eine Veränderung bei den Frühstücksgewohnheiten seit der Verlagerung der Arbeitswelt in das Homeoffice?
Darbo: Wir erkennen, dass der ‚Out of Home'-Frühstückskonsum, vor allem in Zeiten des Lockdowns, stark zurück gegangen ist und wieder mehr zu Hause gefrühstückt wird. Relevante Frühstücksmärkte im Lebensmittelhandel sind seit dem Corona-Ausbruch sehr stark gewachsen – auch die für uns wichtigen Märkte Konfitüre und Honig.

medianet:
Beeinflussen Entwicklungen in Sortiments-Nahbereichen, also zum Beispiel Trends am Brot- und Backwarenmarkt die Kreationen von Darbo?
Darbo: Trends, die sich ganz allgemein auf dem Ernährungssektor erfolgreich etablieren, werden grundsätzlich darauf geprüft, ob sie für unsere Marke eine Relevanz haben. Das gilt auch für Brot- und Backwaren, zumal wir auch Zulieferer für diesen Industriezweig sind.

medianet:
Gibt es eine Umsatzkoppelung zwischen der Brot- und Gebäck-Umsatzentwicklung und Konfitüre bzw. Honig?
Darbo: Natürlich gibt es einen Zusammenhang, wobei Konfitüre und Honig nur zwei von vielen Varianten sind, wie man ein Brot ‚belegen' kann. Wir wissen aber, dass die selbst eingekochte Konfitüre der Haushalte einen wesentlichen Einfluss auf die Marktentwicklung der im LEH erhältlichen Produkte hat. Hohe Einkochmengen der Haushalte führen üblicherweise zu geringeren Mengen im Lebensmittelhandel. Auch bei Honig gibt es eine alternative Beschaffungsmöglichkeit, nämlich die heimischen Imker.

medianet: Wie sehen die Verzehrgewohnheiten bei Produkten wie dem Fruchtikus aus? Darbo: Als Zielgruppe haben wir ursprünglich ernährungsbewusste Büroangestellte definiert, um dort den Fruchtikus als gesunden, kalorienarmen Snack für zwischendurch zu positionieren. Das ist gut gelungen, auch wenn das Produkt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten erfahren hat – zum Einrühren in Joghurts, zum Backen und auch zum Verfeinern von Desserts.

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