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Schinken hat sich auch 2020 bewährt © PantherMedia/talsen (YAYMicro)
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Redaktion 11.06.2021

Schinken hat sich auch 2020 bewährt

Berger-Schinken investiert in Tierwohl, recycelbare Verpackungen und Hybrid-Produkte für einen reduzierten Fleischkonsum.

••• Von Daniela Prugger

SIEGHARTSKIRCHEN Die Österreicher lieben Fleisch, trotzdem sinkt der Konsum von Schweinefleisch seit Jahren. Beim niederösterreichische Schinkenproduzent Fleischwaren Berger hat sich der namensgebende Schinken aber auch im Jahr 2020 bewährt und gut entwickelt – sowohl umsatz- als auch mengenmäßig. „Wir haben im Vorjahr trotz Pandemie und damit einhergehender Ausfälle der Gastronomie-Umsätze unseren Fokus und unsere Energie in unsere Qualitätsoffensiven gelegt und konnten im Vorjahr die ersten Tierwohl-Produkte lancieren, haben eine weitere Filiale am Bahnhof Tullnerfeld eröffnet und den Grundstock für ökologischere Verpackungen gelegt”, sagt Geschäftsführer Rudolf Berger.

Im Zuge der Konsumveränderungen gewinnen auch in Österreich fettreduzierte und leichte Produkte an Bedeutung. „Jene Konsumenten, die Wert auf Tierwohl legen, finden bei Berger Tierwohl die perfekten Produkte. Die neuen Berger Kartoffel-Grill Würstel, die zu 40 Prozent aus heimischen Kartoffeln bestehen, entsprechen jenen, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten, ohne auf Geschmack zu verzichten”, so Berger. Die monatelangen Lockdowns haben aber nicht nur zu einem Trend hin zu mehr Regionalität und Tierwohl geführt.

Tierwohl muss Standard sein

„Der Trend geht zu vorverpackten Produkten – auch, weil diese länger haltbar sind. Dem können wir nur mit größter Anstrengung, die Verpackung umweltgerechter zu machen, begegnen”, so Verkaufschefin Gaby Kritsch. Das Unternehmen hat recyclingfähige, von Haus aus dünnere Folien eingeführt; allein durch die dünneren Folien spart Berger pro Jahr 24 t Plastik ein.

Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt hat Berger eine Klimaschutzoffensive ins Leben gerufen und kooperiert mit Landwirten, die maximal 50 km entfernt tätig sind. „Wir ersparen den Tieren damit unnötig lange Transportwege und sorgen so für Wertschöpfung in der Region. Dass wir mit diesem Fokus automatisch auch das Klima schonen und Regionalität forcieren, ist ein weiterer wesentlicher Aspekt”, so Berger. Das Unternehmen hat bei seinen Partnerbetrieben im Vorjahr auch die eigenen Kontrollmechanismen verschärft. Einer schrittweisen Abschaffung des Vollspaltenbodens, derzeit die häufigste Haltungsform bei Schweinen, steht Berger positiv gegenüber Darüber hinaus forciere man Tierwohl mit der eigenen Tierwohl-Produktlinie aktiv. Man sei „sehr stolz darauf, dass bereits ein Zehntel unserer Vertragslandwirte auf Tierwohl-Produktion umgestellt haben und unterstützen diesen Umstieg.”

Von Schweinepest verschont

Während die Branche international seit Monaten auch aufseiten des Rohstoffs von einer Plage in Atem gehalten wird – der Afrikanischen Schweinepest –, bleibt Berger-Schinken von der Seuche weitgehend verschont. Das Unternehmen setzt seit jeher auf Rohstoffe aus Österreich und verarbeitet zu 96 % heimisches Schweinefleisch. Berger: „Daher sind wir von der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und Lieferbeschränkungen von Rohware aus Deutschland nicht betroffen. Wir gehen davon aus, dass über Wanderbewegungen von Wildschweinen die Schweinepest auch nach Österreich eindringen wird. Unsere Partnerbetriebe sind derzeit dabei, sich mit freiwilligen, amtlichen Bio-Sicherheitskontrollen auf dieses Szenario vorzubereiten.”

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