Schluss mit Mythen
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In Österreich werden Getränkebehälter ohne Pfandpflicht zehn Mal häufiger achtlos weggeworfen.
RETAIL Redaktion 03.07.2020

Schluss mit Mythen

Die Österreichische Pfandsystemgesellschaft räumt mit den drei größten Pfand-Mythen auf.

WIEN. In Österreich wird derzeit über die Einführung eines Pfandsystems auf Einweg- und Mehrweg-Getränkeflaschen diskutiert. Aus einer im Auftrag des Bundesministeriums für Umweltschutz erstellten Studie über Möglichkeiten zur Umsetzung der EU-Vorgaben betreffend Getränkegebinde, Pfandsysteme und Mehrweg vom Jänner 2020 geht hervor, dass ein Einweg-Pfandsystem auf Getränkeflaschen und Dosen die effizienteste Variante zur Erreichung der EU-Sammel- und Recycling-Quoten bis 2029 darstellt.

Davon ist auch die Österreichische Pfandsystemgesellschaft (ÖPG) überzeugt. „Nur ein zentral koordiniertes Pfandsystem auf Einweg-Getränkeverpackungen in Kombination mit Mehrweg-Verpackungen ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch die sinnvollste Variante zur Erreichung der EU-Sammel- und Recyclingquoten”, sagt Christian Abl, Geschäftsführer der Österreichischen Pfandsystemgesellschaft. „Die derzeit in Österreich praktizierte Sortierung von Wertstoffen bzw. Getränkeflaschen aus Restmüll ist keine Zukunftslösung.” Anhand von drei Beispielen möchte die ÖPG nun häufige Mythen rund um die Einführung von Pfand entlarven: Die Annahme, dass Pfandsysteme die Getränkepreise für Konsumenten erhöhen, sei daher unbegründet. Schließlich wird die gezahlte Pfandgebühr vollständig rückerstattet. In einem modernen Pfandsystem wird das Sammeln von Altverpackungen proportional zum Verbrauch finanziert – je mehr konsumiert wird, desto mehr wird auch bezahlt.

Einweg parallel zu Mehrweg

Einweg verdrängt das Mehrwegsystem nicht. Im Gegenteil: Die Einführung eines Einweg-Pfandsystems unterstützt auch die Mehrweg-Sammelquoten, denn die Konsumenten bringen in diesem Fall auch Mehrweg-Gebinde vermehrt zurück.

Auch mit dem Mythos, dass Pfand keine Lösung für Littering sei, will die ÖPG aufräumen. In Österreich werden Getränkebehälter ohne Pfandpflicht zehn Mal häufiger achtlos in der Umwelt weggeworfen. Ein Einweg-Pfandsystem kann wirksam sein, denn selbst wenn sich der Verbraucher für Littering entscheidet, kann jemand anderer den Behälter aufheben und gegen Bargeld einlösen. (red)

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