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Warum Berglandmilch beim Glas bleibt © Berglandmilch
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Redaktion 25.02.2022

Warum Berglandmilch beim Glas bleibt

Geschäftsführer Josef Braunshofer sprach mit ­"medianet" über den Siegeszug der Glasverpackung und weitere Trends.

••• Von Daniela Prugger

WELS. Zwei Jahre ist es her, dass im Jänner 2020 nach mehr als 20 Jahren erstmals wieder Milch in der 1-Liter-Mehrwegflasche angeboten wurde. Gemeinsam mit der Umweltorganisation Greenpeace führte die österreichische Berglandmilch die Mehrweg-Milchflasche wieder ein. Die Entwicklungen und Investitionen liefen seither stets weiter. Seit Kurzem sind im österreichischen Handel Schärdinger und Tirol-Milch-Joghurts in 450 g-Mehrweggläsern erhältlich. Über den Erfolg der Glasverpackung und die Herausforderungen für die Branche im neuen Jahr sprach Geschäftsführer Josef Braunshofer mit medianet.

medianet: Wie blicken Sie auf das zweite Pandemiejahr in Folge zurück?
Josef Braunshofer: Natürlich war auch 2021 für die Berglandmilch stark von Corona geprägt. Das Fehlen des Wintertourismus Anfang des Jahres konnte durch einen Mehrabsatz im klassischen Lebensmitteleinzelhandel großteils wettgemacht werden. Wir waren für 2021 generell mit den Umsätzen unserer Marken Schärdinger, Tirol Milch, Lattella und Stainzer zufrieden. Die Nachfrage nach heimischen und hochwertigen Milch- und Molkereiprodukten ist Gott sei Dank ungebrochen hoch.

medianet: Wie hat sich der Exportmarkt entwickelt?
Braunshofer: Der Exportmarkt hat sich für die Berglandmilch unterschiedlich entwickelt. Wir konnten unsere Absätze in europäische Destinationen steigern, unsere Verkäufe nach Fernost gingen demgegenüber im letzten Jahr leicht zurück.

medianet:
Nachhaltigkeit ist kein Trend mehr, sondern für viele Produzenten Standard geworden. Welche Anforderungen stellt die Berglandmilch an sich selbst und welche Ziele haben Sie für sich abgesteckt?
Braunshofer: Auch wir versuchen, Nachhaltigkeit als Standard zu leben. Für uns betrifft dies insbesondere die Themenbereiche Energie und Verpackungen, wo wir beispielsweise mit der Wiedereinführung des Glasmehrwegsystems entsprechende wichtige Schritte setzen konnten. Wir sind bestrebt, diesbezüglich unsere Taktzahl in den nächsten Jahren noch zu erhöhen

medianet:
Die Glasflasche hat in den vergangenen Jahren ein Comeback gefeiert. Welche Zukunft steht ihr bei der Berglandmilch bevor?
Braunshofer: Der Umstieg auf Mehrwegglasflaschen bei den Schärdinger Berghof Trink­milchen ist von den Konsumentinnen und Konsumenten gut angenommen worden, und auch sonst setzt sich der Siegeszug der Mehrwegglas-Verpackungsformen fort. So konnten 2021 auch Joghurts im Mehrweg-Pfandglas angeboten werden. Joghurts, die nicht nur durch ihren Geschmack überzeugen, sondern auch in Sachen Nachhaltigkeit bei den Konsumenten auf der ganzen Linie punkten. Der große Zuspruch unserer Konsumenten bestärkt uns darin, auch in Zukunft weiter auf Mehrwegglas zu setzen und diese Verpackungsform noch weiter auszubauen.

medianet:
Inwiefern waren die Pandemie und die damit verbundenen Umstellungen in der Produktion und Lieferung ein Innovationstreiber?
Braunshofer: Wir versuchen, unabhängig von der Pandemie am Puls der Zeit zu handeln. Die Pandemie selbst haben wir nicht als Innovationstreiber wahrgenommen, eher im Gegenteil. In vielen Bereichen, aber speziell bei der Lieferkette, war sie stark hinderlich.

medianet:
Welche Neuigkeiten werden uns in diesem Jahr von Berglandmilch erwarten?
Braunshofer: Man darf wieder auf einige Produktinnovationen gespannt sein, wie zum Beispiel die neue Lattella-Variante Guanabana, eine besonders fruchtige und exotische Variante. Auch im Käsebereich kann man sich auf einige spannende Neuzugänge freuen, wie den Schärdinger Burgerkäse oder den neuen Schärdinger Pastakäse, um nur einige zu nennen.

medianet: Welche Veränderungen haben Sie denn im Kaufverhalten der Konsumenten beobachtet?
Braunshofer: Kundenseitig ist eindeutig ein Trend Richtung nachhaltige Verpackungsformen erkennbar. Auch spielt die Regionalität eine immer zentralere Rolle bei den Kundinnen und Kunden. Die Milch- und Molkereiprodukte sollen nicht nur qualitativ hochwertig sein, sondern auch aus der Region stammen und mit heimischen Rohstoffen produziert werden. All das bieten Schärdinger, Tirol Milch, Lattella und Stainzer, die Marken der Berglandmilch. Sie stehen für regionale österreichische Qualität und das schätzen unsere Kunden.

medianet:
Welche Herausforderungen stehen der Branche im Jahr 2022 bevor und welche Lösungsansätze müssen Unternehmen wie die Berglandmilch verfolgen, um erfolgreich durch die Pandemie zu kommen?
Braunshofer: Aktuell sind wir mit exorbitanten Kostensteigerungen besonders in den Bereichen Energie, Verpackungsmaterialien und Transport konfrontiert. Grundsätzlich wird Berglandmilch versuchen, ihren Weg dennoch weiterhin konsequent fortzusetzen: qualitativ hochwertige Lebensmittel, nachhaltig und regional produziert, die guttun und die schmecken.

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