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Mobile Datenschutzlücken © Gemalto

Jean-Francois Schreiber, Senior Vice President for Identity, Data & Software, Gemalto.

© Gemalto

Jean-Francois Schreiber, Senior Vice President for Identity, Data & Software, Gemalto.

12.02.2016

Mobile Datenschutzlücken

Mobile Payment-Systeme werden bei Konsumenten immer beliebter. Für Unternehmen bedeutet das erhöhte Investitionen in die Sicherheit der gespeicherten Kundendaten.

WIEN. Mobile Payment-Systeme, die das Smartphone als Geldbörse verwenden, und andere neue Zahlungsformen sind konsequent auf dem Vormarsch. Laut einer Studie des Sicherheitslösungsanbieters Gemalto soll sich das Marktvolumen in den nächsten Jahren mindestens verdoppeln. Für Verarbeiter von Zahlungsdaten bedeutet das einen kleinen Mehraufwand, denn sich müssen ihre Kundendaten vor Missbrauch besser schützen als je zuvor.

54% der Befragten (3.700 IT-­Sicherheitskräfte aus zwölf Industriesektoren) erklärte, dass ihre Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich vier Mal von Datenschutzvorfällen betroffen waren, bei denen Zahlungsdaten kompromittiert wurden.
Ebenfalls erschwerend für bruchlosen Datenschutz auf hohem Niveau: In jedem Unternehmen sind unterschiedliche Personen für die Sicherheit von Zahlungsdaten verantwortlich. Für 28% ist der Chief Information Officer (CIO) dafür zuständig; in 26% der Unternehmen kümmert sich eine eigene Business Unit darum; 19% der Teilnehmer geben der Compliance-Abteilung die Verantwortung; bei 15% ist der Chief Information Security Officer (CISO) zuständig und bei 14% andere Abteilungen.

Wenig Ressourcen

Auch die weiteren Ergebnisse stimmen durchaus nachdenklich. So ist bei 54% der Befragten das Thema Datensicherheit von Zahlungsdaten nicht unter den fünf wichtigsten Initiativen im Unternehmen. Nur 31% glauben, dass genügend Ressourcen für den Schutz von Zahlungsdaten aufgewandt werden.

59% der Studienteilnehmer räumen sogar ein, dass ihre Unternehmen Dritten Zugang zu sensiblen Zahlungsdaten gewähren. Von diesen Unternehmen nutzen nur 34% die Multi-Faktor-Authentifizierung. Weniger als die Hälfte der Befragten gab an, dass das Unternehmen End-to-End-Verschlüsselung verwendet, um Zahlungsdaten über die gesamte Transaktion hinweg wirkungsvoll zu schützen.

Investitionen sind notwendig

„Die Studienergebnisse müssen wachrütteln”, sagt Jean-Francois Schreiber, Senior Vice President for Identity, Data and Software Services bei Gemalto. „Schon bei bisherigen Zahlungsmethoden war die Datensicherheit eine große Herausforderung. Unternehmen müssen jetzt erkennen, dass Compliance allein nicht ausreicht. Sie müssen ihre gesamte Sicherheitsstrategie überdenken. Immer mehr Menschen nutzen Mobile Payment. Hackerattacken haben nicht nur finanzielle Auswirkungen auf Unternehmen: Auch der Ruf ist in Gefahr. Trotz des Trends hin zu neuen Zahlungsmethoden sind Unternehmen offensichtlich noch nicht bereit; sie müssen jetzt schnell in die richten Lösungen investieren, um Datenschutzlücken zu schließen.”

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