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Junge Speerspitze des Unternehmenstums © Panthermedia.net/Rawpixel
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Redaktion 12.10.2018

Junge Speerspitze des Unternehmenstums

Der „Austrian Startup Monitor” bietet tiefe Einblicke in die innovative österreichische Gründerszene.

••• Von Britta Biron

Die Zahl der Menschen, die ihr berufliches Glück in der Selbstständigkeit sehen, steigt in Österreich kontinuierlich, und in den letzten Jahren hat sich eine sehr dynamische Start-up-Szene entwickelt. Laut dem kürzlich erschienenen Austrian Startup Monitor (ASM), einem Gemeinschaftsprojekt von Austria Wirtschaftsservice, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft, Wirtschaftsagentur Wien, Rat für Forschung und Technologieentwicklung, Industriellenvereingung und Wirtschaftskammer, entstanden zwischen 2004 und 2017 in Österreich 1.534 Start-ups.

Fokus auf IT & Hightech

Zwar machen diese Unternehmen nur zwischen 1,5 und drei Prozent aller Betriebsneugründungen aus – sie spielen aber für die heimische Wirtschaft eine besonders wichtige Rolle.

Einer der wichtigsten Gründe dafür liegt in ihrer starken Fokussierung auf die großen Zukunftsthemen. Mehr als ein Drittel der Start-ups ist in den Bereichen IT und Softwareentwicklung tätig und jeweils rund 10% in den Sektoren Life Science (inkl. Biotechnologie, Gesundheitswesen und Medizintechnik) sowie Hardware (industrielle Technologie, Produktion, Elektronik und Elektrotechnik).
„Für die Industrie können Start-ups im Wettbewerb um neue Produkte am Markt und für Geschäftsmodellinnovationen als Partner einen entscheidenden Vorteil darstellen”, unterstreicht Georg Kapsch, Präsident der Industriellen­vereinigung Österreich, die Bedeutung dieser Jungunternehmen.
Besonders auch deshalb, weil die betrieblichen Youngster, was Internationalisierung betrifft, die selbe Sprache wie die arrivierten Firmen und Konzerne sprechen. Rund drei Viertel der heimischen Start-ups geben an, dass sie bereits internationale Märkte erschlossen haben, weitere 20% wollen das in den nächsten zwölf Monaten in Angriff nehmen.

Benefits für Mitarbeiter

Wichtige Impulse setzen die Start-ups auch am Arbeitsmarkt. Zwei Drittel bieten ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeitmodelle, bei 59% ist es üblich, dass die Belegschaft ein Mitspracherecht hat, in jedem zweiten Start-up liegen die Gehälter über dem jeweiligen Kollektivvertrag, und bei mehr als einem Drittel (35,2%) werden besondere Leistungen oder Erfolge mit Bonuszahlungen gewürdigt. Daneben gibt es weitere Benefits, wie z.B. kostenloses Essen und Getränke.

Im Schnitt werden in den Start-ups zwei bis drei Incentives für Mitarbeiter angeboten, in mehr als zwei Drittel der ­Betrieben sind es sogar vier oder mehr.
Dass man recht spendabel ist, hat nicht nur damit zu tun, dass die junge Chef-Generation sozialer eingestellt ist als ihre Vorgänger, sondern durchaus auch ganz pragmatischen Gründe. Denn die Probleme, mit denen immer mehr Unternehmen beim Recruiting konfrontiert sind – Stichwort Fachkräftemangel –, kennt man auch in den Chefetagen der Start-ups nicht nur vom Hörensagen.
Fast die Hälfte der Befragten hatte im Vorjahr Schwierigkeiten, qualifizierte Mitarbeiter für offene Stellen – vor allem im IT-Bereich, im Verkauf sowie der Produktentwicklung – zu finden.

Neue Arbeitsplätze

Und der War for Talents wird sich noch weiter verschärfen, denn so gut wie alle für den Monitor befragten Unternehmen planen, ihre Teams zu vergrößern. 60% wollen den Sales-Bereich personell ausbauen, rund die Hälfte benötigt zusätzliche Manpower in der IT sowie im Marketing und 42% in der Produktentwicklung. Insgesamt wollen allein die Umfrageteilnehmer innerhalb der kommenden zwölf Monate rund 1.500 neue Arbeitsplätze schaffen; hochgerechnet auf alle heimischen Start-ups, wären das gut 5.000 zusätzliche Stellen.

Wünsche an die Politik

Interessant sind die Ergebnisse des ASM auch im Hinblick darauf, wie die Gründer die derzeitigen Rahmenbedingungen einschätzen.

Immerhin 62% sehen kein ernstzunehmendes Interesse seitens der österreichischen Regierung, die Start-up-Szene zu fördern. Die Wünsche an die Politik ähneln dabei weitgehend jenen, die auch andere Betriebe haben, wie z.B. Senkung der Lohnnebenkosten, Steuererleichterungen, weniger Bürokratie, umfassen darüber hinaus aber auch Themen, die für junge Gründer besonders wichtig sind. dazu zählen vor allem bessere Rahmenbedingungen für Risikokapital sowie bei der Kapitalakquise.

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