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New Work: Der Wandel ist ein dramatischer © PantherMedia/SarkisSeysian
© PantherMedia/SarkisSeysian

Redaktion 14.10.2022

New Work: Der Wandel ist ein dramatischer

Corona hat bei Arbeitnehmern ein Umdenken ausgelöst. Wer Fachkräfte sucht, muss sich warm anziehen.

••• Von Alexander Haide

Kein Stein bleibt auf dem anderen, wenn es um die Arbeitswelt der Zukunft geht – die eigentlich längst begonnen hat. Die Coronapandemie hat ein dramatisches Umdenken bei Arbeitnehmern ausgelöst: Mehr Selbstorganisation, mehr Homeoffice, mehr Eigenverantwortung und weniger Bevormundung durch den Arbeitgeber sind die Erwartungen. Diese neuen Freiheiten wollen bewahrt werden. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle „Office Report” von teamgnesda, Experten für kundenorientierte Bürolösungen mit den Leistungsschwerpunkten im Bereich Entwicklung und Gestaltung von Arbeitswelten.

Als Grundlage des Reports wurden im Frühjahr 2022 insgesamt 65.000 Mitarbeiter an 58.000 Arbeitsplätzen mit mehr als 1,3 Mio. m² Bürofläche befragt – und die Ergebnisse erschüttern das Fundament klassischer Arbeitsweltmodelle und zwingen zum Umdenken.

Homeoffice kam, um zu bleiben

Vor der Pandemie waren es nicht einmal 20% der Unternehmen, die Homeoffice angeboten hatten – heute liegt die Quote bei 90%. Dabei wünschen sich Mitarbeiter zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche, meist um das Wochenende zu verlängern.

„Unternehmen haben großes Vertrauen in ihre Mitarbeiter, denn 84 Prozent der Befragten schätzen das Risiko einer missbräuchlichen Nutzung als gering ein”, so Andreas Gnesda, CEO von teamgnesda. Gegenüber dem Vorjahr ist der Zuspruch vor allem junger Arbeitnehmer zum Homeoffice um ein Drittel gewachsen, und 86% der Befragten sind außerdem davon überzeugt, dass Zeiten im Homeoffice die Produktivität ebenfalls deutlich steigern.
„Krisen wie Corona rütteln uns auf – uns ist plötzlich bewusst, dass unsere Lebenszeit begrenzt ist. Die Menschen überlegen, was sie wirklich wollen. Das hat man sich vor 50 Jahren nicht getraut. Heute denkt jeder darüber nach, was der Deal im eigenen Leben ist”, analysiert Christian Hauser, Organisationsberater bei „Brains And Games” und seit mehr als 25 Jahren im Human Ressource-Bereich tätig.

Großer Flächenrückgang

Das Konzept von New Work schlägt sich dramatisch am Markt für Büroimmobilien nieder – teamgnesda erwartet eine Reduktion der Flächen. „Daher wird eine mittelfristige Büroflächenreduktion in Wien von 500.000 Quadratmetern, für ganz Österreich von eine Million Quadratmeter erwartet”, so Gnesda. Es bedarf eines guten Grundes für Mitarbeiter, wie der Austausch mit Kollegen, um physisch im Büro zu erscheinen. „Das Büro ist also kein Muss mehr, sondern ein Hebel für den Aufbau sozialen Kapitals. Weiters wird eine authentische digitale Kommunikation essenziell sein, um Menschen im und außerhalb vom Büro zu verbinden”, so die teamgnesda-Studie.

Der mündige Arbeitnehmer

Wer die Generation Z als Teil der Workforce gewinnen möchte, muss jetzt die Unternehmensstrategien ändern. Eine weitere teamgnesda-Studie im Rahmen der Leitbetriebe Austria, bei der 1.000 Interviews mit 14- bis 29-Jährigen geführt wurden, legt die Erwartungen der Gen Z offen: 83% wünschen sich Freiheit bei der Gestaltung der Arbeitszeit, 73% möchten eine freie Auswahl des Arbeitsorts. Dafür sind junge Mitarbeiter durchaus auch zu Mehrleistungen bereit, weiß Andreas Gnesda: „Wenn jungen Mitarbeitern gewisse Freiheiten geboten werden, sind acht von zehn Befragten bereit, die Extrameile zu gehen, einen stärkeren Beitrag zum großen Ganzen zu leisten und die Erwartungen der Unternehmen sogar zu übertreffen.”

HR-Experte Hauser unterstreicht die Ergebnisse der Studie. „Unternehmen, die diese Veränderung nicht schaffen, werden aussterben, denn der mündige Arbeitnehmer wird bleiben. Da geht es nicht um Management-Moden, sondern um gesamtgesellschaftliche Veränderungsbewegungen. Wer hinterherhinkt, wird belanglos werden”, schlussfolgert Hauser.

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