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Weiterbildung und Benefits im Fokus © Florian Wieser

Unternehmen Thomas Schwabl, Geschäftsführer Marketagent com, Sandra Prandtner, Leiterin Wifi Wien Firmen Intern Training, Thomas Schmidt, Leiter Wifi Wien Vertrieb und Services.

© Florian Wieser

Unternehmen Thomas Schwabl, Geschäftsführer Marketagent com, Sandra Prandtner, Leiterin Wifi Wien Firmen Intern Training, Thomas Schmidt, Leiter Wifi Wien Vertrieb und Services.

Eva-Louise Kremer 22.03.2019

Weiterbildung und Benefits im Fokus

Umfrage unter Unternehmen und Mitarbeitern: Wie Betriebe den War for Talents gewinnen.

••• Von Eva-Louise Krémer

WIEN. „Den Kampf um die besten Talente gewinnen Unternehmen, wenn sie die Wertewelt ihrer Mitarbeiter verstehen. Genau dieses Werteverständnis befindet sich im Wandel”, so Barbara Kluger-Schieder, Institutsleiterin des Wifi Wien. Das spiegelt sich in einer Umfrage von Wifi Wien und Marketagent.com wider. Den Erfahrungen von über 90 Personalverantwortlichen wurden die Sichtweisen von über 500 Arbeitnehmern gegenübergestellt.

Weiterbildung ist Top-Benefit

Im War for Talents spielen Benefits und Weiterbildung eine große Rolle: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer meint, dass eine faire Entlohnung bei einem Arbeitgeber das Wichtigste ist. Hingegen denkt nur ein Drittel der Personalverantwortlichen, dass dieser Aspekt dermaßen wichtig ist. Für fast drei Viertel der Arbeitnehmer hat Arbeitsplatzsicherheit Vorrang, die Karriere und die Aufstiegsmöglichkeiten sind es nur bei zwei von fünf Befragten.

Flexible Arbeitszeiten stellen einen sehr attraktiven Benefit dar; Gleiches gilt für die Möglichkeit, aus dem Home-Office zu arbeiten.
Ein Top-Thema ist die Weiterbildung: Während rund drei Viertel der Arbeitnehmer Weiterbildung als sehr oder eher wichtig erachten, denken sogar 88% der Personalverantwortlichen, dass Weiterbildung ihren Mitarbeitern wichtig ist. Arbeitnehmer, die aktuell auf der Suche nach einer neuen Anstellung sind, weisen der Weiterbildung einen deutlich höheren Stellenwert zu.

Talente finden & halten

Das Rekrutierungsverhalten hat sich in den letzten Jahren verändert: Unternehmen sind auf Online-Jobportalen aktiver und arbeiten stärker am Employer Branding. Auch die Präsenz auf beruflichen Sozialen Netzwerken hat zugenommen.

Was die Schwierigkeit der Mitarbeitersuche des Unternehmens betrifft, scheiden sich die Geister. Während vier von zehn Arbeitnehmern der Ansicht sind, das Unternehmen hat es (eher) leicht, neue Mitarbeiter zu finden, bewerten die befragten Personalverantwortlichen ihre Chancen diametral anders. Zwei von fünf Arbeitnehmern sind auch der Ansicht, dass es für sie leicht wäre, eine gleichwertige oder bessere Anstellung zu finden. Je jünger die Befragten, umso optimistischer sind sie. Männer schätzen ihre Chancen ebenfalls besser ein als Frauen.
Auch den Fachkräftemangel im Unternehmen nehmen die Personalverantwortlichen deutlich gravierender wahr als die befragten Arbeitnehmer. 38% der Arbeitnehmer sind der Ansicht, dass ihr Unternehmen von einem Fachkräftemangel betroffen sei; bei den Personalverantwortlichen sind es zwei Drittel. Als Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel wird auf eine stärkere Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, auf Imagepflege/Employer Branding und Weiterbildung der Mitarbeiter gesetzt. Sowohl die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen als auch die verstärkten Weiterbildungsaktivitäten stoßen bei den befragten Arbeitnehmern auf große Zustimmung.

Blick in die Zukunft

Vier von zehn Arbeitnehmern denken auch, dass sie auch noch in zehn Jahren in ihrem aktuellen Unternehmen tätig sein werden. Rund die Hälfte geht überhaupt davon aus, dass sich ihr Beruf kaum verändern wird. Aus Sicht der Personalverantwortlichen wird sich jedoch die Hälfte der Jobs im Unternehmen verändern.

„Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen, die nach neuen Strategien verlangen, auch im Recruiting. Menschen wollen verstanden und nicht entdeckt werden. Gelingt es, sie an Bord zu holen, läuft das Schiff sicher in den Hafen wirtschaftlicher Erfolge ein”, so Kluger-Schieder.

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