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Die Goldene Stadt © Panthermedia.net/Quixoticsnd

Highlights Prag hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, allen voran die Burganlage am Hradschin (oben), das Kafka-Denkmal und das Altstädter Rathaus (unten).

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Highlights Prag hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, allen voran die Burganlage am Hradschin (oben), das Kafka-Denkmal und das Altstädter Rathaus (unten).

Redaktion 29.06.2018

Die Goldene Stadt

Eine Spurensuche in Prag – und attraktive ­Reisemöglichkeiten im Bus und auf der Schiene.

PRAG/WIEN. Wer einen Reiseführer über Prag studiert, stolpert unweigerlich über die Bezeichnung „Goldene Stadt”. Eine Spurensuche: Angeblich war es Kaiser Karl IV., der im 13. Jahrhundert als Erster Prag so bezeichnet hat. Wer mit der charmanten Zahnradbahn hoch zum Petrin rumpelt und dort über 299 Stufen den 1891 nach Pariser Vorbild erbauten, rund 60 m hohen „Mini-Eiffelturm” hochsteigt, der blickt auf eine traumhafte Altstadt hinab, die vieles ist – Heimat für 1,2 Mio. Menschen, Hauptstadt, kulturelles, wirtschaftliches und touristisches Zentrum Tschechiens, grün im Frühling und Sommer, rot und gelb im Herbst. Aber golden schimmern die Giebeldächer nicht …

Hradschin und Veitsdom

Also muss etwas anderes diesen Ruf der Stadt begründet haben. Möglicherweise die Prager Burg, deren Anfänge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Während Karls Regentschaft wurde nach Vorbild der französischen Königskathedralen inmitten des Burgareals auch noch der Veitsdom errichtet. Der Dom gilt heute als größtes Kirchengebäude Tschechiens und die Anlage auf dem Berg Hradschin als größtes geschlossenes Burgareal der Welt. Ein Goldenes Gässchen gibt es, das auch als Alchimistengasse oder Goldmachergässchen bekannt ist; einst sollen dort unter Aufsicht Kaiser Rudolfs II Alchimisten versucht haben, Gold zu erzeugen.

Weiter führt die Suche nach dem „Goldenen Prag” durch die verwinkelten und verträumten Gassen des Viertels Novy Svet auf der Rückseits des Hradschin. Zurück durch die Burg hinüber zur Kunstinstallation Metronom im Letná Park, die auf dem Sockel eines ehemaligen Stalin-Denkmals errichtet wurde. Weiter dann in großem Bogen vorbei an der Straka Akademie, dem Regierungssitz, über die Karlsbrücke in die Innenstadt, nach links am Rudolfinum, dem alten jüdischen Friedhof und der Synagoge vorbei zum Kafka-Denkmal, zum Altstädter Ring und dem Altstädter Rathaus mit seiner bekannten astronomischen Uhr.
Abseits der Touristenströme in einem der vielen Biergärten: Könnte es so einfach ein? Könnte die Redensart tatsächlich von der Farbe des Biers herrühren? Aber nein, auch dieser Versuch führt ins Leere. Erst ein Kontrollblick ins Internet zeigt die Lösung: Es sind die vielen sandsteinfarbenen Türme Prags; bei Sonneneinstrahlung sollen sie in Goldtönen schimmern.
Was Prag – zumindest für uns Österreicher – ebenfalls zur „Goldenen Stadt” macht, ist die gute Erreichbarkeit. Mit dem Auto sind es von Wien aus gerade einmal dreieinhalb Stunden (von Linz übrigens sogar noch etwas weniger), und auch mit dem Zug ist die tschechische Hauptstadt quasi nur einen Steinwurf weit entfernt. Preislich attraktiv ist da vor allem das Angebot des privaten tschechischen Bus- und Zuganbieters RegioJet, der die Strecke Wien–Prag seit vergangenem Dezember bedient und einfache Tickets um 15 € in der Standard-Klasse im Angebot führt. Fahrkarten in der Relax-Klasse und der Business-Klasse sind mit 22 beziehungsweise 29 € etwas teurer, im Ticketpreis (für alle Klassen) inklusive sind eine Sitzplatzreservierung, Kaffee und andere Getränke, Wi-Fi-Internet, Tageszeitungen und Unterhaltungsprogramme wie Filme und Musik.

Reiseangebot von RegioJet

Dass das Angebot auf hohe Nachfrage stößt, war rasch absehbar. Mitte Februar vermeldete RegioJet für die ersten beiden Monate bereits 120.000 Passagiere auf der neuen Strecke. Eigentümer und CEO Radim Jancura zeigte sich mit der Entwicklung naturgemäß zufrieden: „Viele nehmen den Start unserer neuen Linie überhaupt erst als Ansporn, Ausflüge nach Wien, Brünn und natürlich Prag zu machen.”

Es macht Spaß, in der „Goldenen Stadt” auf Spurensuche zu gehen. Manches erinnert an Wien, noch viel mehr an die gemeinsame österreichisch-tschechische Geschichte, und entspannen lässt es sich in Prager Biergärten so gut wie kaum anderswo. (jz)

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