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Endlich Erholung nach zwei schwachen Jahren © Günter Fritz

Skisaison Starke Desti­nationsmarken sind von den Krisen kaum betroffen. Bild: Gletscherski­gebiet Kitzsteinhorn Kaprun.

© Günter Fritz

Skisaison Starke Desti­nationsmarken sind von den Krisen kaum betroffen. Bild: Gletscherski­gebiet Kitzsteinhorn Kaprun.

Redaktion 25.11.2022

Endlich Erholung nach zwei schwachen Jahren

Die Ergebnisse des Netzwerktreffens Zukunft Winter. Plus: Der neue Ski Guide ist da – die besten Pisten, die coolste Kulinarik und Angebote für Familien.

••• Von Günter Fritz

Eine positive Stimmung für die Saison 2022/23 zeichneten 200 führende Branchenvertreter beim Treffen des Netzwerks Zukunft Winter in Kaprun. Sie orten aber auch zahlreiche Herausforderungen.

Die Wertschöpfung im heimischen Tourismus wird sehr stark im Winter lukriert. Damit das so bleibt, diskutierte das „Forum Zukunft Winter” jüngst in Kaprun die Frage, wie Winterdestinationen resilient gegen Krisen und damit zukunftsfit werden. Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler sandte den rund 200 führenden Vertretern von Skiindustrie, Seilbahnunternehmen, Skilehrern, Sportartikelhändlern und Tourismus eine Grußbotschaft, in der sie der Branche Mut machte und auf entsprechende aktuelle Umfragen verwies – und auch Wolfgang Mayrhofer, Chef von Atomic und Sprecher der Österreichischen Skiindustrie, sprach von guten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Wintertourismus.

Ski-Markt erholt sich

Das Interesse am Skisport steige, der Markt wachse stark. Derzeit gebe es weltweit 55 bis 60 Mio. Skiläufer, diese Zahl werde in den kommenden Jahren laut Prognosen noch steigen. Nach zwei schwachen Jahren sei der Ski-Weltmarkt wieder auf dem Niveau von vor Corona, so Mayrhofer. Man komme mit dem Liefern derzeit kaum nach – ein Befund, den auch Fischer-Chef Franz Föttinger bekräftigte. Zudem sollen vor allem neue Kunden in Asien und den USA der Skiindustrie einen weiteren Schub verleihen.

Starke Destinationsmarken

Markus Webhofer, Gründer des Instituts für Brand Logic, betonte, dass jene Regionen im Vorteil seien, die nicht nur Gäste, sondern „Fans” hätten. Starke Destinationsmarken wären von den Krisen kaum betroffen, Mainstreammarken, die mit ihrem Leistungsversprechen nicht klar positioniert seien, werden hingegen stark unter Druck kommen, meint der Experte.

Urlaubsregionen sollten sich auf ihre jeweilige Kernkompetenz zu besinnen und diese weiterentwickeln, denn die Basis jeder erfolgreichen Marke sei eine klare Leistung. Webhofer empfahl auch, an die Pflege des Skinachwuchses zu denken. Das sei für Wintersportregionen eine zentrale Frage für den Erfolg der Zukunft.

Qualität sticht Größe

Die Stärkung der Marke ist auch für Kornel Grundner, Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen, ein Erfolgsfaktor für Wintersportdestinationen. Dabei sei nicht die Größe eines Skigebiets entscheidend. „Wenn ich mich mit Qualität positioniere, kann ich auch einen entsprechenden Preis verlangen”, so der Seilbahner.

Sein Kollege Norbert Karlsböck, Geschäftsführer der Gletscherbahnen Kaprun, sieht einen Paradigmenwechsel. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit für die Gäste immer wichtiger werde, gehe es nicht mehr um Wachstum durch Größe, sondern durch Inhalte und Qualität. Dazu gehören auch ein sorgsamer Umgang der Unternehmen mit den Ressourcen, den Mitarbeitern und der jeweiligen Region.

Der neue Ski Guide Austria

Im Rahmen des Netzwerktreffens in Kaprun wurde auch der neue Ski Guide Austria vorgestellt, die 14. Ausgabe des Skigebiete-Führers aus dem medianet Verlag, der einen kompletten Überblick über den Wintersport in Österreich bietet. Immerhin gibt es in Österreich mehr als 300 Orte mit Liftanlagen. Viele davon bieten fantastische Möglichkeiten, wie in kompakter Darstellung und trotzdem gespickt mit Detailinformation auf insgesamt 448 Seiten zu erfahren ist.

Die rund 70 Top-Wintersport-regionen werden inklusive Pistenpanoramen auf zwei bis sechs Seiten präsentiert, doch auch alle anderen mit Liftanlagen bestückten Orte, für die sich die Anreise für Wintersportler und Schneefans lohnt, sind mit Kurzbeschreibungen und Kontaktinfos vertreten. Nur die Einzellifte, die über kaum mehr als einen Pistenkilometer verfügen, bleiben ausgespart. Die Darstellung der Orte beschränkt sich nicht nur auf Hard Facts wie Pistenkilometer und Anzahl der Lifte, sondern geht wesentlich tiefer.

Pisten- & Kulinarik-Profitipps

Die beiden Autoren Günter Fritz und Fred Fettner haben die Gebiete persönlich befahren und liefern Eindrücke über deren Besonderheiten. Die Frage: „Was sind die steilsten präparierten Pisten in Österreich?” wird ebenso in einer Story beantwortet („Geil auf steil”) wie bei jedem einzelnen Ort. Auf der anderen Seite gilt ebenso hohe Aufmerksamkeit den Pisten und Regionen, die mit besonders anfängertauglichen Pisten als eine Art Einstiegsdroge in den alpinen Skisport locken.

Darüber hinaus zeichnet den Ski Guide Austria die enorme Themenbreite aus – bis hin zur Kulinarik, für viele das zweitwichtigste Motiv für einen gelungenen Winterurlaub. Der Guide nähert sich dem Thema nicht nur über die Empfehlung toller Skihütten an, sondern benennt auch die Top Ten der hochgelegenen Edelgastronomie.
Neu ist im aktuellen Guide ein Überblick über die aufregendsten kulinarischen Events, die in immer größerer Zahl in den Skigebieten geboten werden. Denn neben der klassischen Hüttengaudi gewinnt die Verbindung von fein abgestimmten Delikatessen aus der Region und edlen Tropfen mit hochalpinem Ambiente immer mehr Anhänger.

Liftpreise im Überblick

Bei der Neuerung in der Preisgestaltung variieren die Liftpreise je nach Distanz zur Gültigkeit und der vorhandenen oder zu erwartenden Auslastung. Davon kann der Gast profitieren, sofern er nicht in der absoluten Hochsaison unterwegs und bereit ist, auch das Wetterrisiko zu tragen.

Einer der Schwerpunkte des Ski Guide Austria sind traditionell Familien. Etwa wenn in einem umfangreichen Artikel über die kostengünstigsten Skisportmöglichkeiten in Österreich berichtet wird. Doch auch am anderen Ende der Skala wird auf die belastete Geldbörse von Familien mit Kindern nicht vergessen: Bei den großen, überregionalen Marketingverbünden. Im Guide finden Sie einen Überblick über mehr als 20 Anbieter überregionaler Saisonkarten, die bis zu 100 Skiorte abdecken.

Dem Trend zum Off-Piste-Erlebnis wird mit dem Kapitel „Tiefschnee” Rechnung getragen. Regionalreportagen, die wahren Tourenhighlights bis hin zur Vermittlung von „Snow how”, den überlebenswichtigen Tipps zum Verhalten abseits der Pisten, sind darin zu finden.

Klimaschutz

Wenn es neben dem Tourenskilauf einen Profiteur der Corona-Lockdowns gegeben hat, dann war es der Langlauf. Das Loipenerlebnis verbindet konditionsfördernde Aktivität mit Naturnähe und Distanz zum nächsten Viren verbreitenden Mitbürger. Es zeigt sich, dass – wie im Pillerseetal – neue Loipenzentren in Höhenlage entstehen oder etwa in Gastein auch spektakuläre Langlauf-Events Einzug halten.

Die Klimaerwärmung ist auch im Ski Guide Austria ein wesentliches Thema. Wintersporturlauber haben oft ein schlechteres Gewissen als nötig: Eine halbe Stunde Jetski am Meer weist eine schlechtere CO2-Bilanz aus als eine Woche Skiurlaub in den Alpen. Weil die Hauptbelastung bei der Anreise entsteht, kann hier der entscheidende Beitrag geleistet werden. Deshalb widmet der Ski Guide Austria 2023 auch der ökologischen Anreise ein Kapitel.

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