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KI in der Therapeutikaentwicklung z.V.g.
z.V.g.

Redaktion 25.02.2022

KI in der Therapeutikaentwicklung

••• Von Stefan Barth

In enger Zusammenarbeit mit dem Institute for Advanced Simulation am Forschungszentrum Jülich (Deutschland) haben wir Hochleistungsrechnersimulationen dynamischer Proteininteraktionen eingesetzt, um die rekombinanten Immuntherapeutika, die wir entwickeln, rational zu verbessern. Vor Kurzem haben wir eine Zusammenarbeit mit der Computational Biology Group an der Universität Kapstadt begonnen, die darauf abzielt, Daten aus verschiedenen öffentlichen Quellen durch Anwendung statistischer Methoden, maschinellen Lernens und prädiktiver Modellierung zu analysieren und zu integrieren, um die am besten geeigneten Angriffspunkte für die Immuntherapie zu ermitteln.

Offensichtliche Vorteile sind die Verwendung solcher computergestützter Plattformen, um (1) die Anzahl der biologischen Assays für Proof-of-Concept-Analysen zu reduzieren und (2) auf große Datensammlungen zuzugreifen, um konsolidierte Interpretationen über differentiell exprimierte Antigene abzuleiten, die durch geeignete Qualitätskontrollinstrumente bestätigt werden. Der unmittelbare Nachteil ist in beiden Fällen die Notwendigkeit, diese Daten durch geeignete biologische Referenzen zu bestätigen.
Die KI wird die rationale Entwicklung von zielgerichteten Therapien der nächsten Generation stark beeinflussen, die auf dem zunehmenden Wissen über pathophysiologische Veränderungen, die zu Krankheiten führen, sowie auf dem Design von Medikamenten der nächsten Generation mit erhöhter Effektivität basieren.
Die weitere Nutzung der KI im Bereich der medizinischen Biotechnologie wird einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung besserer zielgerichteter Therapeutika mit höherer Leistung und weniger Nebenwirkungen leisten und zur Identifizierung von Patienten beitragen, die am besten von solchen zielgerichteten Therapien profitieren, was zu einer deutlichen Verringerung von Behandlungsfehlern und damit zu einer Senkung der Gesamtkosten der Behandlung führen wird.


Prof. Dr. Dr. Stefan Barth hält den südafrikanischen Forschungslehrstuhl für Krebsbiotechnologie an der Universität von Kapstadt, Südafrika.

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