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Was die Importeure bewegt © IV/Sissi Furgler

Günther Kerle ist Sprecher und Vorsitzender des Arbeitskreises der Automobilimporteure, einer eigens geregelten Interessenvertretung innerhalb der Industriellenvereinigung. Als Geschäftsführer agiert Christian Pesau.

© IV/Sissi Furgler

Günther Kerle ist Sprecher und Vorsitzender des Arbeitskreises der Automobilimporteure, einer eigens geregelten Interessenvertretung innerhalb der Industriellenvereinigung. Als Geschäftsführer agiert Christian Pesau.

Redaktion 11.01.2019

Was die Importeure bewegt

Es wäre vernünftig, die künftige Besteuerung vermehrt von den Faktoren Nutzung und Verbrauch anstatt von Besitz und Leistung abhängig zu machen.

Gastkommentar ••• Von Günther Kerle

WIEN. Der Verband der Automobilimporteure stellt eine eigens geregelte Interessenvertretung innerhalb der Industriellenvereinigung dar. Mitglieder sind die österreichischen Automobilimporteure und die Vertriebsgesellschaften (Großhandel) der internationalen Automobilhersteller.

Die derzeitigen Schwerpunktthemen der heimischen Automobilbranche stellen einerseits die Umstellung auf ein neues Abgasmessverfahren (WLTP) sowie andererseits die kürzlich präsentierte Klima- und Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung dar.

Klima- und Umweltziele

Seit 1. September 2018 werden die Verbrauchswerte aller neu zugelassenen Pkw anhand eines neuen Abgastests ermittelt. Dieser sogenannte WLTP-Zyklus löste den alten Fahrzyklus NEFZ ab und soll realitätsnähere Verbrauchsangaben liefern. Das bedeutet, dass die Verbrauchsangaben inkl. CO2-Werte nun deutlich höher ausfallen, ohne dass sich beim tatsächlichen Verbrauch etwas geändert hat. Besonders heikel: Im Unterschied zu anderen EU-Ländern basiert in Österreich die NoVA auf diesen offiziellen Angaben.

Die Herausforderung besteht nun darin, im Rahmen der kommenden – für 2020 geplanten – Steuerreform zu einer Lösung zu finden, um eine Mehrbelastung für die Autofahrerinnen und Autofahrer zu vermeiden. Grundsätzlich sollten die automotiven Steuern, wie sie derzeit existieren und vielseits veraltet sind, einer Prüfung unterzogen werden.
Ein weiteres zentrales Thema stellt die kürzlich präsentierte Klima- und Energiestrategie der österreichischen Bundesregierung dar. Die grundsätzliche Absage an jegliche Art von Verboten, das Bekenntnis zur Elektromobilität sowie das gleichzeitige Bekenntnis zur Technologieoffenheit ist sehr zu begrüßen. Denn wenn es um die Mobilität der Zukunft geht, bedarf es einer sachlichen und ideologiebefreiten Diskussion.
Der Erhalt der freien Mobilität muss dabei im Fokus stehen. Schließlich ist ein gut funktionierender Individualverkehr Ausdruck einer hochentwickelten Gesellschaft und zudem wesentlich für den Wirtschaftsstandort.
Die ambitionierten Klima- und Umweltziele auf der einen bzw. innovative Antriebstechnologien der Industrie auf der anderen Seite haben die Entwicklung im Bereich der alternativen Antriebe und insbesondere der E-Mobilität massiv vorangetrieben. Aber auch Verbrennungsmotoren werden mittelfristig definitiv ihre Berechtigung haben.
Moderne Diesel-Pkw haben bereits heute kein Feinstaub-Problem mehr, und auch das Stickoxid-Problem wurde dank SCR-Technologie gelöst. Mittelfristig gilt daher: Neueste, sparsame Verbrennungsmotorentechnologie plus parallele Entwicklung im Bereich alternativer Antriebs­technologien!

Das automotive Fazit

Das Auto ist heute für die Mehrzahl der Österreicher ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Es bietet Individualität, Freiheit und uneingeschränkte Mobilität. Zudem stellt die Automobilbranche einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor in Österreich dar.

Das Ziel als Interessenvertretung ist es, dieser bedeutenden Branche eine angemessene Stimme zu verleihen.

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