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Das Geld, die Schule und der Nachwuchs © Panthermedia.net/Nadezhda1906
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Redaktion 17.09.2021

Das Geld, die Schule und der Nachwuchs

Acht Tipps zum Thema Geld für den Nachwuchs vom Leiter des Erste Financial Life Park (FLiP), Philip List.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Eine frühe Gelderziehung und umfassende Finanzbildung sind in unserer Konsumgesellschaft wichtiger denn je. „Eltern sollten ihren Kindern bereits in frühen Jahren beibringen und vorleben, wie man mit Geld verantwortungsvoll ­umgeht”, sagt Philip List, Leiter des Erste Financial Life Park (FLiP).

Altersgerechte Vermittlung

In den ersten Lebensjahren steht das Verstehen von Geldbeträgen und das Sparen auf einen besonderen Wunsch im Mittelpunkt. Ab dem sechsten Lebensjahr sollten Sinn und Ziel des Sparens, das Einschätzen von Bedürfnissen und Geldbeträgen sowie kritisches Konsumdenken vermittelt werden.

Ab dem Teenageralter steht unter anderem der Zusammenhang von Geld und Arbeitsleistung, aber auch der selbstständige Umgang mit den eigenen Euros am Plan.

Zum Sparen animieren

Die Fähigkeit, „längerfristig zu sparen” ist eine wichtige Voraussetzung, um größere finanzielle Ziele erreichen zu können. „Kinder, die das Sparen und somit ihre Bedürfnisse aufschieben lernen, sind später erfolgreicher bei der Budgetplanung”, sagt List. Der Sinn des Sparens sollte spätestens im Vorschulalter vermittelt werden.

Wert begreifbar machen

Kinder haben oft viele materielle Wünsche. Wie viel das begehrte Gut kostet bzw. wert ist, lernen sie am besten durch erlebnisorientierte Vermittlung.

Durch das Erzählen einer Spargeschichte, einfache Übungen, Spiele oder Visualisierungen kann der Wert von Dingen begreifbar gemacht werden. So lernt es, wie viel sein Wunsch wert ist und übt gleichzeitig, das Bedürfnis aufzuschieben.

Taschengeld zur Erziehung

Taschengeld ist ein geeignetes Mittel, um Kindern den Umgang mit Geld näherzubringen; starten kann man etwa mit dem Schuleintritt. Die vom Nachwuchs gern geforderte Erhöhung des Taschengelds kann ebenso mit dem Schulstart einhergehen.

Die ersten Jahre sollte das Kind das Taschengeld bar ausbezahlt bekommen, ab dem zehnten Lebensjahr kann der Betrag auch auf ein Jugendkonto überwiesen werden. Internetbanking hilft zum Beispiel, den Weg des Geldes leichter nachzuverfolgen.



Kontobewegungen besprechen

Regelmäßige Kontoauszüge sind wichtig, um den Überblick über die Geldflüsse zu behalten. Eltern sollten mit ihren Kindern üben, eine Kontoübersicht korrekt zu lesen.

„Im FLiP sehen wir immer wieder, dass Jugendliche wenig Überblick über ihre Finanzen haben. Die Lebenskosten werden auch oft falsch eingeordnet. Besprechen Sie mit Ihrem Kind die eigenen Einnahmen und Ausgaben.
Dadurch lernt es, dass beispielsweise die Ausgaben für Miete, Energie und Versicherungen den Großteil der monatlichen Kosten ausmachen”, so List.

Über Geld sprechen

„Eltern sollten mit ihren Kindern über Geld sprechen und ihr eigenes wirtschaftliches Denken und Handeln erklären”, rät List. Ebenso wichtige Aspekte sind, wie die Eltern den Umgang mit Geld vorleben – und wie zum Beispiel zu Hause mit dem monatlich zur Verfügung stehenden Budget, Krediten, Ratenkäufen, Internet und Handy umgegangen wird.

Schuldenfallen sollten thematisiert werden: „Erklären sie ihren Kindern, dass sie sich nur dann etwas kaufen können, wenn sie das Geld dafür haben”, so der Experte. Mit Jugendlichen sollten die Erziehungsberechtigten außerdem über Verträge sprechen und erklären, dass genaues Lesen und Verstehen die Voraussetzungen schlechthin sind, um einen Kauf oder eine Verpflichtung einzugehen.

Bewusstseinsschaffung

Von berufstätigen Eltern bekommen Kinder die Verbindung von „Job und Verdienst” bereits früh mit. Eine stärkere Gewichtung bekommt das Thema aber oft erst durch selbst verdientes Geld. Autonomie, Stolz auf die eigenen Leistung und Selbstwertgefühl sind wichtige Erfahrungen, die beim ersten Job in den Vordergrund rücken.

Der wesentliche Aspekt jedoch ist das Erkennen des Zusammenhangs von persönlichem Einsatz und erwirtschaftetem Geldbetrag. Die Jugendlichen erleben, wie viel persönliche Energie in dem erarbeiteten Geld steckt – eine wichtige Erkenntnis, die dazu beiträgt, den Wert des eigenen Geldes schätzen zu lernen.

Interesse wecken

Der Wunsch, ständig die neuesten Trends aus Technik und Mode zu besitzen, aber auch In-App-Käufe – beispielsweise bei Handy-Games – lassen viele junge Menschen in die Konsumfalle tappen: Knapp 25% aller Verschuldeten sind unter 30 Jahre alt. Eine frühe Gelderziehung und umfassende Finanzbildung sind deshalb wichtig. Eltern, das familiäre Umfeld an sich, Schulen und Institutionen sind hier gefordert. „Wissen ist die Basis für Entscheidungen schlechthin und führt zu einem verantwortungsvollen Umgang in Sachen Finanzen”, so List.

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