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Die Vorteile traditioneller Werte in der Covidkrise © Panthermedia.net/Ivanko1980
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Redaktion 09.04.2021

Die Vorteile traditioneller Werte in der Covidkrise

Wie Familienunternehmen sicher durch die unruhigen Zeiten steuern – und was ihnen dabei besonders hilft.

••• Von Reinhard Krémer

WIEN. Langfristige Planung, soziale Verantwortung und Unternehmenstransformation: Diese drei Schlüsselfaktoren machen die Familienunternehmen auch in der Covid-19-Krise enkelfit. Dies geht aus der aktuellen KPMG-Studie mit STEP (siehe Infobox rechts) hervor, bei welcher rund 2.500 Familienunternehmen und 517 Nicht-Familienunternehmen aus 75 Ländern zu den Auswirkungen der Pandemie befragt wurden.

Familienunternehmen haben laut Umfrage einmal mehr bewiesen, dass ihre langfristige und bedachte Planung auch in herausfordernden Zeiten Stabilität gewährt.
„Bei Familienunternehmen geht es um weit mehr als Gewinne und Dividende. Insbesondere nicht-finanzielle Ziele wie Unternehmensnachfolge, emotionale Bindung an das Unternehmen sowie eine gute und nachhaltige Marktreputation manifestieren sich in der Unternehmensstrategie”, sagt Yann Georg Hansa, Partner und Leiter des Bereichs Familienunternehmen.

Soziale Verantwortung

Weitere Ergebnisse zeigen, dass im Rahmen der gewählten Maßnahmen neben der Erhaltung des eigenen Betriebs insbesondere auf das Wohlergehen der eigenen Unternehmerfamilie und deren Mitarbeiter sowie auf die Bedürfnisse von Stakeholdern, Kunden und Lieferanten geachtet wurde. Sowohl den Werten des Unternehmens als auch dessen Zweck wurde dadurch verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt.

Darüber hinaus wurde vermehrt Zeit für neue Geschäftsmodelle oder dem Thema der Nachfolgeplanung gewidmet. „Neue Produktentwicklungen, die Erschließung neuer Märkte beziehungsweise Absatzkanäle und die Einführung digitaler Lösungen standen ebenfalls im Mittelpunkt der Unternehmen”, sagt KPMG-Partner Peter Humer.

Corona-Fall-out

Die Pandemie als auch die getätigten Investitionen hatten im vergangenen Jahr Auswirkungen auf die Geschäftszahlen. So mussten zum Beispiel 69% der Familienunternehmen einen Umsatzrückgang hinnehmen; im Vergleich dazu waren es in Österreich 71% und in Deutschland 60%. Lediglich neun Prozent konnten sowohl weltweit als auch in Österreich eine Umsatzsteigerung verzeichnen, und in Deutschland fiel die Steigerung mit 14% noch etwas besser aus.

Generationen-Kooperation

Laut jüngster Erhebung hat auch die Anzahl der Generationen Einfluss auf die Bewältigung der Covid-19-Situation genommen. Sind zwei oder mehrere Generationen im Unternehmen gemeinsam tätig, wurde verstärkt auf Digitalisierungsmaßnahmen und die Einführung von ESG-Zielen (Environmental, Social, Governance) geachtet. „Diese Priorisierung ist insbesondere der jüngeren Generation zuzuschreiben”, sagt Yann Georg Hansa.

Generationenübergreifend sind laut Umfrageteilnehmern aktuell weltweit 16% der Familienunternehmen tätig. Mit 14% liegt Deutschland knapp hinter dem internationalen Wert; in Österreich beträgt der Anteil neun Prozent. Gleichzeitig lässt sich der Studie entnehmen, dass 19% der Unternehmen in Österreich bereits an die fünfte Generation übergeben wurden. International liegt der Wert bei nur drei Prozent und in Deutschland ebenfalls im einstelligen Bereich bei fünf Prozent.
„Das lässt auf eine im internationalen Vergleich erfreulich lange Unternehmenstradition bei Familienunternehmen in Österreich schließen”, resümiert KPMG-Experte Peter Humer.
Die Umfrage Global family business report beruht auf einer Stichprobenstrategie, die in mehreren Ländern durchgeführt wurde. Jedes Teilnehmerland identifizierte potenzielle Befragte, die für das Projekt infrage kamen, unter Berücksichtigung der Branchenmerkmale und der Unternehmensstruktur des eigenen Landes.

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