HEALTH ECONOMY
Österreich hängt bei Versorgung nach © PantherMedia/Andriy Popov

EU-Vergleich Während in der EU im ­Durchschnitt 22 Menschen pro 100.000 jährlich an den Folgen von Dia­betes sterben, sind es in Österreich fast 40.

© PantherMedia/Andriy Popov

EU-Vergleich Während in der EU im ­Durchschnitt 22 Menschen pro 100.000 jährlich an den Folgen von Dia­betes sterben, sind es in Österreich fast 40.

Redaktion 22.11.2019

Österreich hängt bei Versorgung nach

Schwerpunkt Diabetes – Teil 3 Betroffene kritisieren, dass Daten fehlen und ein Ost-West-Gefälle herrscht.

••• Von Karin Pfanner

WIEN. In Österreich sterben deutlich mehr Menschen an Diabetes als im Durchschnitt der EU. Während in der Union zuletzt 22 Personen je 100.000 Einwohner der Krankheit erlagen, waren es im Österreich-Durchschnitt 39,76. Die Bundesländer Burgenland (54,01) und Niederösterreich (46,11) gehören laut den neuesten Eurostat-Daten sogar zu den negativen Spitzenreitern nach Regionen.

Vorarlberg führt

Kein österreichisches Bundesland unterbietet den EU-Schnitt, geht aus den Daten hervor, die nun veröffentlicht wurden. Auffallend ist ein starkes Ost-West-Gefälle: Am nähesten dran am EU-Durchschnitt sind die Vorarlberger, wo 26,81 Menschen je 100.000 Einwohner wegen Diabetes starben. EU-weit die meisten Diabetes-Toten gab es auf den Azoren (Portugal, 74), gefolgt von Madeira (Portugal, 60), Moravskoslezsko (Mährisch-Schlesische Region/Tschechien, 57), La Reunion (Frankreich, 55, Daten von 2015) und dann kommen gleichauf mit dem Burgenland Severozapad (Norwesttschechien/Karlsbader Region und Region Aussig, 54) und Kampanien (54, Italien).

Betroffene und Experten kritisieren allerdings, dass genauere Zahlen in Österreich „mangels eines nationalen Diabetes-Registers” gar nicht verfügbar sind. Offiziell wird die Zahl der Betroffenen auf 515.000 bis 809.000 geschätzt.
Seit Sommer gibt es „wir sind diabetes” als Dachorganisation der Diabetes-Selbsthilfeorganisationen in Österreich. Die Initiative will nun Druck in Richtung mehr Transparenz, mehr Prävention und eine bessere Versorgung machen.

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