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Alles auf Schiene © RCG/Illemann (2)

„Schienenlogistik muss so einfach und zugänglich werden wie Straßenlogistik” (ÖBB-CEO Andreas Matthä).

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„Schienenlogistik muss so einfach und zugänglich werden wie Straßenlogistik” (ÖBB-CEO Andreas Matthä).

Redaktion 09.07.2021

Alles auf Schiene

ÖBB Rail Cargo Group und Cargo Center Graz ermöglichen nachhaltige sowie effiziente End-to-End-Logistik.

WIEN / GRAZ. Der Geschäftsführer des Cargo Center Graz (CCG), Christian Steindl, und ÖBB Rail Cargo Group (RCG)-Vertriebs- und Logistikvorstand Thomas Kargl nahmen den ersten Zug aus China im Cargo Center Graz in Werndorf in Empfang. Der Ganzzug mit 41 40-Fuß-Containern legte dabei pro Tag eine Distanz von 800 bis 1.000 km zurück. Mit seiner Ankunft werde erneut die Bedeutung der One-Belt-One-Road-Initiative unter Beweis gestellt, die Volkswirtschaften am eurasischen Kontinent verbindet und als besonders nachhaltige Alternative zur Luft- und Seefracht gilt:

„Durch die Anbindung der Neuen Seidenstraße an das dichte und leistungsstarke Netzwerk der ÖBB Rail Cargo Group gewährleisten wir den schnellen Transport in ganz Europa, leisten einen wesentlichen Beitrag, CO2 im Transportsektor einzusparen und so die österreichischen und europäischen Klimaziele zu erreichen”, so Thomas Kargl bei der Ankunft des Zuges in Werndorf. Und auch Christian Steindl freut sich über das Eintreffen im Cargo Center Graz: „Dank der leistungsfähigen Schienenanbindung an die Neue Seidenstraße verfügen wir über eine zusätzliche Alternative zum maritimen Seefrachtverkehr. Die kontinentale Seidenstraße ist auch eine kostengünstige und umweltfreundliche Ersatzlösung zum Luftfrachtverkehr.”

Seidige Entwicklung

Seit dem ersten Testzug im Jahr 2008 sind die Schienengüterverkehrsleistungen der RCG kontinuierlich gestiegen. Bis Ende 2016 wurden die Abfahrten entlang der Seidenstraße schrittweise erhöht, im Jahr 2017 erfolgte schließlich der offizielle Markteintritt der RCG in China. Aufgrund der großen Nachfrage konnte die RCG in den beiden folgenden Jahren bereits jeweils 35.000 TEU (Container-Ladeeinheiten) zwischen Europa und Asien befördern. 2020 wurde mit über 700 Zügen und rund 70.000 transportierten TEU eine neuer Rekordwert erreicht. Damit ist die RCG heute bereits täglich einmal in jede Richtung auf der neuen Seidenstraße unterwegs.

G’schmeidiges Wachstum

Das Cargo Center Graz hat sich in den letzten Jahren zum größten Logistikimmobilienstandort Österreichs gemausert. Das zeigt das bislang dritte europäische Güterverkehrszentren (GVZ)-Ranking, welches im Abstand von jeweils fünf Jahren durch die Deutsche GVZ-Gesellschaft mbH (DGG) erstellt wird. Das Cargo Center Graz hat sich dabei von Platz 18 (2015) auf Platz 9 (2020) verbessert. (Der einzige weitere heimische Standort ist der Ennshafen auf Rang 17 von 20.) Aber auch der Warenumschlag macht das Wachstum des Cargo Center Graz deutlich: Waren es 2003 noch rd. 30.000 TEU, so steht man heute bei rd. 235.000 TEU; bis 2025 sollen es 350.000 TEU werden.

G’scheiter Güterzug

Zurück zur Schiene: Um die steigenden Mengen im Güterverkehr bewältigen und gleichzeitig die Klimaziele erreichen zu können, sei laut der RCG eine verstärkte Verlagerung von Straßentransporten auf die Schiene unumgänglich. „Die ÖBB Rail Cargo Group investiert in die Digitalisierung und in innovatives Wagenmaterial bis 2026 700 Mio. Euro”, so ÖBB-CEO Andreas Matthä und ergänzt: „Mit End-to-End-Digitalisierung des gesamten Logistikprozesses werden wir den Schienengüterverkehr einfacher und effizienter gestalten. Unsere Vision ist klar: Die Schienenlogistik muss so einfach und zugänglich werden, wie die Straßenlogistik.”

Ein Schlüssel dazu könnte die Digitale Automatische Kupplung (DAK) sein: Gemeinsam mit europäischen Partnern arbeitet die RCG im Rahmen der Rail Freight Forward Initiative an der Erprobung und Serienreife der DAK. Mit einer durchgängigen Strom- und Datenleitung ermöglicht die DAK den vollautomatisierten Bahnbetrieb und ist damit die Basis für den intelligenten Güterzug. (hk)

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