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Ländle leidet leider © Alpla

Die Vorarlberger Industrie sieht sich von der Pandemie und den daraus resultierenden Maßnahmen stark betroffen.

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Die Vorarlberger Industrie sieht sich von der Pandemie und den daraus resultierenden Maßnahmen stark betroffen.

Redaktion 04.12.2020

Ländle leidet leider

Geringere Kundennachfrage, schlechte Planbarkeit und an Corona erkrankte Mitarbeiter bei der Vorarlberger Industrie.

FELDKIRCH. Jeder vierte Betrieb in der Vorarlberger Indus­trie produziert aktuell unter 80%, und Unsicherheiten erschweren die Prognosen bei vielen Firmen.

Die positivsten Rückmeldungen bei einer Blitzumfrage unter rund 70 Industrieunternehmen kommen aus der Verpackungs-, Lebensmittel- sowie Bau- und Rohstoffbranche. Beim Ausblick des Auftragseingangs für das erste Halbjahr 2021 werden allerdings die Auswirkungen der Covidkrise bemerkbar: 46% der Betriebe geben den Auftragseingang „schlechter als im Vorjahr” an, 45% „ähnlich wie im Vorjahr” und nur neun Prozent „besser als im Vorjahr”.
Bei Fragen zur aktuellen Krisenpolitik in Vorarlberg bzw. Österreich geben 72% der Betriebe an, dass sie „mittel zufrieden” sind. Während in Vorarlberg noch dreizehn Prozent sehr zufrieden sind, ist die Anzahl der sehr Zufriedenen mit der Krisenpolitik in Gesamt-Österreich auf sechs Prozent gesunken.

Verbesserungsbedarf

Als größte Hindernisse für die volle Produktion geben die Betriebe insbesondere Maßnahmen rund um Testungen und Absonderungen an.

Fast jeder zweite Betrieb sieht in abgesonderten Mitarbeitern und zu langen Absonderungszeiten (ohne Erkrankung) das größte Risiko; danach folgen geringere Kundennachfrage, zu lange Testzeiten des öffentlichen Systems, schlechte Planbarkeit und an Corona erkrankte Mitarbeiter.
Infektionen finden kaum in Betrieben, sondern im privaten Umfeld statt. Die Unternehmen wünschen sich schnellere Testergebnisse, mehr Akzeptanz von Antigentests und kürzere Absonderungen. Häufig wird kritisiert, dass die Systeme überlastet sind, zu wenige Vorkehrungen getroffen wurden und zu spät reagiert wurde.
„Bis der hoffentlich möglichst rasch verfügbare Impfstoff in der Breite wirkt, müssen wir unsere überforderten Systeme in den Griff bekommen, statt mit wiederkehrenden Schocktherapien vorzugehen”, fordert deshalb IV-Vorarlberg-Präsident Martin Ohneberg.

Weniger Investitionsspielraum

Ein wichtiger Gradmesser für die Zukunft sind die Einschätzungen der Betriebe zu ihren Investitionsplanungen infolge der Krise. Dabei zeigt sich, dass 58% der Betriebe ihre eigenen Investitionsplanungen für das erste Halbjahr 2021 sehr oder mittel betroffen sehen, die anderen – also etwa zwei Fünftel der Unternehmen – empfinden sich als wenig betroffen. (pj)

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