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Umsatzverluste von 30% und mehr © Knapp

Strategien Höhere Prozesseffizienz in operativen Arbeitsabläufen, Kollaborationsplattformen und digitale Lösungen wie Process Mining sind zu empfehlen.

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Strategien Höhere Prozesseffizienz in operativen Arbeitsabläufen, Kollaborationsplattformen und digitale Lösungen wie Process Mining sind zu empfehlen.

Redaktion 30.04.2020

Umsatzverluste von 30% und mehr

Laut aktueller BMÖ-Untersuchung erwarten mehr als vier Fünftel der Firmen negative Covid-19-Auswirkungen.

WIEN. Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik in Österreich (BMÖ) hat Anfang April gemeinsam mit der International School of Management (München) und der Stöhr Faktor Unternehmensberatung eine Umfrage in Sachen Einkauf und Supply Chain Management (SCM) durchgeführt.
Die wichtigsten Ergebnisse:
• 82% erwarten eine negative Auswirkung auf ihren Jahresumsatz.
• Jene Unternehmen, die Abweichungen quantifizieren können, erwarten mehrheitlich einen Umsatzrückgang zwischen 10 und 30%, tw. darüber hinaus.
• 63% melden Störungen in der Lieferkette und eine unsichere Versorgungslage.
• Bei 11% ist die Kette komplett unterbrochen; 49% berichten von Produktionsstörungen.
• Mehr als die Hälfte rechnet mit weiteren massiven Störungen in den nächsten drei Monaten.
• Bei 58% ist die Nachfrage nach Produkten gestört bzw. unsicher; bei 15% ist diese komplett eingebrochen.
• Jedes vierte Unternehmen sieht sich derzeit mit Preiserhöhungen konfrontiert.
• 65% haben Kurzarbeit verordnet.
• 32% stellen derzeit keine neuen Mitarbeiter ein.
• 38% haben einen Investitionsstopp verhängt.

(Noch) Mehr Minus

„Für Österreich, das deutlich mehr als andere Länder von Zulieferungen an die Automobilindustrie abhängig und vom Tourismus geprägt ist, dürfte das Minuswachstum der Wirtschaftsleistung mit größter Wahrscheinlichkeit wesentlich über den bisherigen Expertenschätzungen liegen, nämlich bei –20% und in Teilen sogar mehr”, befürchtet BMÖ-Vorstand Heinz Pechek.

Die Umfrage unterstreicht das Ausmaß der kritischen wirtschaftlichen Situation vieler heimischer Unternehmen.
„Den Verantwortlichen in Einkauf und Supply Chain Management kommt nicht nur die Aufgabe der Versorgungssicherung und Aufrechterhaltung der Lieferfähigkeit des Unternehmens zu, sondern auch die Rolle des Frühwarnindikators und Krisenmanagers im Unternehmen und in der gesamten Volkswirtschaft”, sagt Pechek.
Als am häufigsten ergriffene Ad hoc-Maßnahme nennt er Bevorratung, gefolgt von der Suche nach Alternativlieferanten und -produkten, Erhöhung der Bestellmengen, Dual Sourcing sowie In-Sourcing (Eigenfertigung) und Ausbau von Regional Sourcing (vs. Global Sourcing).
Auch das Risikomanagement dominiert im Krisenmodus, Sachkostenreduktion wird stark an Bedeutung gewinnen. (pj)

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