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Hello Friends … © Dominik Pichler

TeilnehmerAm 4Gamechangers Festival war Buchinger Teil einer Diskussion. Außerdem konnten Fans ein „Meet & Greet” mit ihm gewinnen.

© Dominik Pichler

TeilnehmerAm 4Gamechangers Festival war Buchinger Teil einer Diskussion. Außerdem konnten Fans ein „Meet & Greet” mit ihm gewinnen.

Redaktion 20.04.2018

Hello Friends …

… this is Michael Buchinger. Der YouTuber ist Teilnehmer einer Diskussion beim ­4Gamechangers Festival.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. Auf kein Interview wurde die Autorin so häufig angesprochen wie auf dieses – und das noch vor der Veröffentlichung dessen. Schuld ist ein Foto, welches auf Facebook und Instagram veröffentlicht wurde. Es zeigt sie und Interviewpartner Michael Buchinger.

Michael Buchinger ist YouTube-Star, gewann zuletzt den Madonna Blogger Award, schreibt Bücher, hat eine eigene Kabarett-Show und sein YouTube-Kanal hat über 152.000 Abonnenten – Michael Buchinger ist Influencer und damit nicht alleine.

Alleinstellungsmerkmal

Immer mehr Menschen bewegen sich vor ihre Webcams, schießen Tausende Fotos von sich, veröffentlichen ihre Werke und arbeiten mit Unternehmen zusammen, um diese oder ihre Produkte zu bewerben.

Schwer hört sich dieser Job nicht an, und es wundert nicht, dass immer mehr Jugendliche das Influencer-Dasein zum Traumberuf erkoren haben. Doch was bedeutet es eigentlich, ein Influencer zu sein? Woher kommen die Ideen für wöchentliche Videos und wie verdient man letztlich sein Geld? medianet fragte bei YouTube-Star Michael Buchinger nach.
Mit den Worten „Hello Friends, Michael Buchinger hier” begrüßt Buchinger meist seine Zuschauer. In seinen Videos werden Humor, Authentizität, sarkastische Lebensansichten und Ironie geboten – die perfekte Fünf-Minuten-Realitätsflucht eben. Buchingers Alleinstellungsmerkmal? Der Hass. Während Beautyblogger ihre Lieblinge des Monats veröffentlichen, spricht der YouTuber über seine Hassliste des Monats. Lustige Kellner, laute Menschen oder Weihnachten – hier kriegt beinahe jeder und alles sein Fett weg.
Viel Fett gibt es hingegen in Buchingers Küche – hier wird gekocht und gebacken. Nicht immer erfolgreich, doch sehr leidenschaftlich.

Der Durchbruch 2010

Vor neun Jahren startete Buchinger seine Karriere: 2009 war YouTube bereits eine bekannte Plattform, YouTuber, wie wir sie heute kennen, gab es jedoch noch nicht. Zunächst veröffentlicht Buchinger Videos für seinen Freundeskreis, und zwei Jahre lang sehen nur zwischen 200 und 500 Personen seine Videos. „Ich bin hartnäckig geblieben. Viele geben schnell auf, weil sich der erwartete Erfolg nicht einstellt. Ich habe immer weitergemacht. Ich habe erst Sketches produziert und meine Lehrer parodiert”, erklärt Buchinger. „Zum Glück konnten die über sich selbst lachen.”

2010 gelingt Buchinger dann der Durchbruch: Er veröffentlicht ein Video unter dem Titel „Was wäre, wenn Facebook das reale Leben wäre”; dieses wurde bis heute über 1.243.000 Mal aufgerufen und gewann den „Burgenländischen Jugendkulturpreis”.

Fixe Termine

Das Video passt in den damaligen Zeitgeist, denn zu dieser Zeit lief gerade der Film „The Social Network” an, welcher die Entstehung des Sozialen Netzwerks Facebook thematisiert. Buchinger setzt außerdem von Beginn an auf fixe Erscheinungstermine: „Egal ob es stürmt oder schneit, die Leute sollten wissen, es wird ein Michi Buchinger- Video geben.”

2016 – das Jahr, in dem Buchinger neben seiner Bachelorarbeit im Fach „English and American Studies” sein erstes Buch „Der letzte macht den Mund zu” schreibt – wird deutlich, dass er neben YouTube nichts anderes machen möchte: „24 Stunden sind oft nicht genug, und ich war schon damals mit YouTube voll ausgelastet.”
Hinter Buchingers Videos steckt viel Arbeit: Von der Skripterstellung über das Filmen bis zum Schneiden des Videos. „Überraschend viel Zeit in Anspruch nimmt das Reagieren auf E-Mails oder das Beantworten von Kommentaren”, erklärt Buchinger. Seine Videos können sich sehen lassen und viele Unternehmen setzen auf den 24-Jährigen, vor allem beim Thema Produktvorstellungen. „Ich versuche abzuwägen, ob das Produkt zu mir passt, ob ein Bericht authentisch wäre und ob meine Zuschauer einen Mehrwert dadurch haben.” Buchinger setzt aber auch Videos für die Kanäle der Unternehmen um: Für Knorr steht er bereits zum zweiten Mal in Folge hinter dem Herd.
Über klassische Berufserfahrung verfügt Buchinger nicht – die braucht er aber auch nicht. Das Format „Michaels Praktikum” führt hinter die Kulissen zahlreicher Unternehmen wie Thalia oder Foodora, welche sich selbst in den Videos vorstellen können. „Ich mag dieses Format sehr gern. Auf lustige Weise kann man erfahren, wie ein Betrieb aufgebaut ist, und lernt, wie es in den jeweiligen Unternehmen zugeht – es ist sehr unaufdringlich.” Buchinger entwickelt auch gern neue Konzepte für Unternehmen, erklärt er.

Keine Richtwerte

Wie viel ein Michael Buchinger wert ist, lässt sich schwer beantworten – einen Richtwert gibt es nicht. Auch ein Ehrenkodex, der beispielsweise vorgibt, unter welchem Wert man sich und seine Arbeit nicht verkaufen sollte, gibt es nicht. „Ich glaube, es wird sich in den kommenden Jahren ein Standard entwickeln. Derzeit gibt es wirklich alles, die Preise schwanken extrem”, so Buchinger. Buchinger ist selbstständig mit seiner Tätigkeit als YouTuber und erklärt, ab circa 50.000 Abonnenten könne man alleine von den Werbeschaltungen von YouTube leben. Buchinger ist auf allen Kanälen vertreten – YouTube, Instagram, Facebook – und auch einen eigenen Blog besitzt er. Beim 4Gamechanger Festival war er Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum Thema: „Subject digital ethics: parental guidance in times of change”.

Offenheit & Transparenz

Das Thema Glaubwürdigkeit und Ethik beschäftigt Buchinger stark, erklärt er: „Ich stehe hinter all meinen Kooperationen und gehe auch sehr offen und transparent mit der Thematik um. Ich erkläre meinen Zuschauern auch, weshalb ich kooperiere. Ich finde, das gehört sich auch. Ich bin mir meiner Verantwortung bewusst, möchte mir aber gleichzeitig nicht den Mund verbieten lassen”, erklärt er. „Die Zuschauer sind keine naive Masse, die, sobald sie etwas hören, sofort zu einem Produkt greifen – sie sind reflektiert.”

Buchingers Zielgruppe sind 18- bis 24-Jährige, 80% seiner Zuschauer sind weiblich. Auf die Frage, ob Michael Buchinger ein Ablaufdatum hat, erklärt Buchinger: „Schon möglich, allerdings ist das heute schwer zu beurteilen, da YouTube eine noch so junge Plattform ist. Ich versuche dennoch, auch in anderen Sphären zu arbeiten – die Möglichkeiten sind beinahe endlos, und das ist schön. Die Menschen möchte sich derzeit noch gern von mir unterhalten lassen – das ist mein Segen.

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