REAL:ESTATE
Vienna Calling © Stephan Huger / Studio Huger (3)

Michael Ehlmaier (EHL), Andreas Holler (Buwog), Karina Schunker (EHL) und Daniel Riedl (Vonovia, v.l.) mit ihrem Bericht.

© Stephan Huger / Studio Huger (3)

Michael Ehlmaier (EHL), Andreas Holler (Buwog), Karina Schunker (EHL) und Daniel Riedl (Vonovia, v.l.) mit ihrem Bericht.

Redaktion 25.02.2022

Vienna Calling

Für ihren Wohnungsmarktbericht haben die Buwog und EHL zum zehnten Mal ihr detailliertes Markt-Know-how gebündelt.

WIEN. Er feiert heuer sein zehnjähriges Jubiläum und er gilt als die umfassendste Marktdokumentation für die Bundeshauptstadt – der Erste Wiener Wohnungsmarktbericht der Buwog und EHL. Der Wohnbauboom in Wien sei erreicht und überschreite heuer seinen Höhepunkt, heißt es da unter anderem. Mit einer Fertigstellungszahl von rund 19.700 Einheiten werden die bisherigen Höchstwerte aus 2020 und 2021 nochmals um gut 2.000 Wohnungen übertroffen.

Ein wesentlicher Teil des Anstiegs sei aber indirekt auch durch die Pandemie bedingt, da die damit verbundenen operativen Herausforderungen – unterbrochene Lieferketten, Reorganisationsbedarf auf Baustellen, Verfügbarkeit von Personal – bei einigen Projekten zu Verzögerungen führten und so mehrere Hundert Wohnungen, die eigentlich bereits 2020/21 auf den Markt hätten kommen sollen, erst heuer fertiggestellt werden.

Wohnungsangebot

Ein Überangebot von Wohnungen ist dennoch weder aktuell gegeben noch für die kommenden Jahre zu erwarten.

„Die neuen Projekte sind zu einem sehr hohen Maß vorverwertet”, sagt Buwog-Geschäftsführer Andreas Holler. Die Nachfrage werde dabei einerseits durch die weiter steigende Bevölkerungszahl (Prognose für 2022 laut Stadt Wien: plus rd. 12.300) und sinkende Haushaltsgrößen sowie andererseits durch den Wunsch nach Veränderung und Verbesserung der Wohnsituation getrieben. Tatsächlich sei für Wohnungssuchende jetzt der Zeitpunkt, um zuzugreifen, so Holler weiter. „Rückläufige Baubewilligungen, die geringe Anzahl an Widmungen in der Kategorie Wohnen während der Pandemiejahre 2020 und 2021 sowie die heuer deutlich reduzierte Zahl an Baustarts werden ab 2023 mehrere Jahre lang zu einem Rückgang der Fertigstellungszahlen führen.”

Preisentwicklungen

Das Wachstum des Neuflächenangebots seit 2019 entfiel fast ausschließlich auf den Bereich der Mietwohnungen – dies schlage sich auch in einer recht unterschiedlichen Entwicklung der Kaufpreise und Mieten nieder, wie Michael Ehlmaier, CEO der EHL Immobilien Gruppe, erklärt: „Bei Neuvermietungen sind heuer Zuwächse zwischen zwei und drei Prozent zu erwarten. Je nachdem, wie sich der Verbraucherpreisindex 2022 tatsächlich entwickelt, wird der Anstieg der Mieten damit möglicherweise sogar unter der Inflationsrate liegen.”

Weit stärker als die Mieten würden die Kaufpreise steigen, Ehlmaier erwartet drei bis fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau.

Es darf mehr sein …

Im Bereich Mietwohnungen sei darüber hinaus der Trend zur immer geringeren Wohnfläche gestoppt.

„Immer mehr Kunden suchen wieder zwei statt eines oder drei statt zwei Zimmer”, erläutert Karina Schunker, Geschäftsführerin der EHL Wohnen. „Das ist zweifellos in hohem Maß auf die Erfahrungen aus Lockdowns sowie den gestiegenen Anteil von Homeoffice, Homeschooling und die allgemeine Wohnraumoptimierung zurückzuführen, die den Wunsch nach einem weiteren Zimmer massiv gesteigert haben.” Wobei mehr Zimmer nicht automatisch sehr viel größere Wohnung bedeute.

… und unbedingt nachhaltig

Einen stark steigenden Stellenwert hat auch das Thema Nachhaltigkeit. „Die Klimadebatte hat dazu geführt, dass Nachhaltigkeitskriterien zu einem wichtigen Entscheidungskriterium geworden sind”, betont Daniel Riedl, Vorstandsmitglied der Buwog-Mutter Vonovia. „Aus einem ‚Nice to have' ist ein ‚Must have' geworden.” Ressourcenschonende Bauweise, sanfte Mobilitätslösungen, Optimierung des Bodenverbrauchs, Energieeffizienz und die Nutzung nachhaltiger Energiequellen werde von den Kunden gefordert – in einem leistbaren Preissegment. (hk)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL