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Im Luxusmarkt geht es immer noch nach oben © PantherMedia/fisher.photostudio
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Redaktion 13.12.2019

Im Luxusmarkt geht es immer noch nach oben

Dynamisch etwas verhalten, wächst der Luxusgütermarkt – vor allem dank chinesischer Luxusfreude – weltweit auf 281 Mrd. Euro.

••• Von Christian Novacek

Genuss- und reisefreudige Chinesen, vermehrt junge Käufer, anhaltender Onlineboom: Diese drei Faktoren treiben 2019 das globale Wachstum für Luxusgüter. Der Umsatz mit hochwertiger Kleidung, mit Schuhen, Lederwaren, Parfüm und Schmuck wird dieses Jahr auf satte 281 Mrd. € zulegen; das entspricht umgerechnet einem Plus von vier Prozent.

Überdurchschnittlich stark nimmt derzeit auch der Umsatz mit Kreuzfahrten (+9%), Autos (+7%), Gourmet-Lebensmitteln (+6%) sowie Privatjets und Yachten (+5%) zu. Einen heftigen Einbruch von 18% verzeichnet indes der weltweite Kunsthandel. Das sind Ergebnisse der neuesten Ausgabe der Studie „Worldwide Luxury Market Monitor”, die die internationale Unternehmensberatung Bain & Company gemeinsam mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma bereits zum 18. Mal veröffentlicht.

Schuhe und Schmuck

Bei den persönlichen Luxusgütern entwickelt sich das Geschäft mit Schuhen und Schmuck (jeweils +9%) sowie Lederwaren (+7%) besonders positiv. Der Umsatz mit Uhren geht hingegen um zwei Prozent zurück. „Nach dem starken Umsatzwachstum bis 2015 herrscht im Markt der persönlichen Luxusgüter nun schon seit einiger Zeit Normalität”, stellt Bain-Partner und Luxusgüterexperte Oliver Merkel fest. „Und so dürfte es auch bleiben.”

Bis 2025 wird der Markt um etwa drei bis fünf Prozent pro Jahr auf sodann 335 bis 375 Mrd. € wachsen. Voraussetzung ist, dass wirtschaftspolitische Krisen wie der US-amerikanisch-chinesische Handelskonflikt oder auch die Auseinandersetzungen in Hongkong nicht weiter eskalieren.

Turbo China

Besonders wichtig für das Wachstum in der Luxusgüterbranche sind die chinesischen Konsumenten: Die Umsätze im Reich der Mitte legen um 26% auf 30 Mrd. € zu. Damit steht allein China für 90% des globalen Wachstums bei persönlichen Luxusgütern – trotz der angespannten Lage in Hongkong, wodurch die Luxusumsätze in der Stadt um 20% eingebrochen sind.

Genuss- und reisefreudige Chinesen beeinflussen auch das Wachstum in Japan (+ 4%) und im übrigen Asien (+6%), da sie ihre bevorzugten Edelmarken vermehrt ebenda erwerben. Dank des starken Inlands- und Auslandskonsums kommt es auf dem Luxusgütermarkt zu einer zweiten Welle chinesischer Kaufkraft; den ersten Boom erlebte die Branche in den Jahren 2010 bis 2014.
Europa verzeichnet mit einem neuerlichen Plus von einem Prozent einen leicht positiven Trend. Mit 88 Mrd. € bleibt Europa auch 2019 der weltgrößte regionale Teilmarkt für Luxusgüter. Am besten schneiden hier Spanien und Großbritannien ab, etwas schwächer entwickelt sich der Konsum in Deutschland und Frankreich.
Der amerikanische Doppelkontinent ist mit 84 Mrd. € der zweitgrößte Markt für Luxusgüter. Der starke US-Dollar und die rückläufigen Touristenzahlen drücken allerdings die Konsumstimmung.

Dominanz der Jungen

Die Generationen Y (nach 1980 geboren) und Z (nach 1995 geboren) sorgen im Luxusgütermarkt zusehends für Furore. Auf sie entfällt das gesamte globale Wachstum. Dabei dominieren vor allem die jungen Konsumenten aus China und Südostasien.

In 2035 werden die beiden Generationen bis zu 85% des gesamten Luxusmarktvolumens ausmachen. Bain-Experte Merkel betont: „Diese äußerst selbstbewussten Kunden fordern die Luxusmarken permanent heraus, kreativ zu sein und sich weiterzuentwickeln – und zwar über das reine Produkt hinaus.”
Was das Shoppingverhalten betrifft, gewinnt einmal mehr der Onlinekanal an Bedeutung. In diesem Jahr ist der Internethandel mit Luxusgütern um 22% auf 33 Mrd. € gestiegen.

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