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Ein unauffälliges Update bei Apple © Apple

OS X El Capitan: Die Veränderungen am neuen Macintosh-Betriebssystem erkennt man nicht auf den ersten Blick.

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OS X El Capitan: Die Veränderungen am neuen Macintosh-Betriebssystem erkennt man nicht auf den ersten Blick.

13.11.2015

Ein unauffälliges Update bei Apple

Der IT-Hersteller aus Cupertino hat seinem Macintosh-­Betriebssystem ein Update verordnet. Die Veränderungen sind auf den ersten Blick eher marginal.

••• Von Chris Haderer

WIEN. Es ist ein eher unauffälliges Update, um das Apple auffällig wenig Wirbel gemacht hat. Seit Kurzem ist „El Capitan”, die neue Version des Macintosh-Betriebssystems, kostenlos verfügbar. Es ist ein ziemlicher Brocken mit einem Volumen von annähernd einem ­Gigabyte, bei dem allein der Download je nach Internet-Verbindung auch gute zwei Stunden ­dauern kann.

Das Update selbst verläuft vollautomatisch, und hat man es einmal hinter sich gebracht, darf man ein bisschen staunen: Auf den ersten Blick ist nämlich kein Unterschied zum Vorsystem „Yosimite” ersichtlich. Ist das Update also die investierte Zeit wert?
Die Antwort ist Ja. Einerseits weil man als Macintosh-Verwender langfristig ohnehin nicht darum herumkommt, andererseits weil die Verbesserungen diesmal im Detail liegen und einem nicht sofort ins Auge stechen.

Mehr Systemleistung

OS X El Capitan verbessert die Systemleistung des Macs und macht viele der alltäglichen Dinge schneller und reaktionsfreudiger. Zum Beispiel Metal, die Grafiktechnologie von Apple, beschleunigt Core Animation und Core Graphics um bis zu 50% und die Effizienz um bis zu 40%, was zu schnellerer Grafikleistung bei alltäglichen Anwendungen führt. Metal nutzt außerdem die CPU und GPU voll aus und liefert dabei bis zu zehn Mal schnellere Draw-Call-Leistung für eine flüssigere Erfahrung in Spielen und professionellen App.

Diese Unterschiede zur Vorversion sind tatsächlich auch auf kleineren Maschinen (wie etwa dem Mac Mini) merkbar – vor allem bei Videoanwendungen, die viel ­Rechenzeit benötigen.
Safari verfügt jetzt über Pinned Sites, um die Websites in der Tab-Leiste offen und aktiv zu halten, sowie über einen neuen Mute-Button, um die Audiowiedergabe eines jeden Tabs abzuschalten.
Mail stellt Smart Suggestions vor, welches sich Namen oder Ereignisse in einer Mail-Nachricht merkt und den Nutzer dazu auffordert, diese mit einem Klick den Kontakten oder dem Kalender hinzuzufügen. Außerdem können Nachrichten jetzt mit einer Wischgeste wie in iOS gelöscht und mehrere Mails gleichzeitig in Vollbild-Ansicht organisiert werden.
In Fotos können Orte einem einzelnen Bild oder einem ganzen ­Moment hinzugefügt und Alben nach Datum oder Titel sortiert ­werden.

Kleine Probleme

Insgesamt ist El Capitan ein eher unauffälliges Update – das aber auch Schwierigkeiten verursachen kann. So warnt beispielsweise der Softwarehersteller Adobe vor einem vorschnellen Update auf die neue Betriebssystem-Version, da verschiedene Komponenten der Creative Cloud-Software nicht ordnungsgemäß funktionieren.

Im Test kam es tatsächlich zu mehreren Abstürzen der Audio-Bearbeitungssoftware Adobe ­Audition. Das ist insofern ärgerlich, da Adobe auch mehrere Wochen nach der Verfügbarkeit von El Capitan noch kein Update der betroffenen Softwarekomponenten zur Verfügung gestellt hat. Im Ernstfall bleibt Adobe-Anwendern daher nur ein Downgrade der Macintosh-Betriebssystemsoftware auf die vorhergehende Ver­sion.
Es geht aber auch anders, wie beispielsweise der Softwarehersteller Paragon beweist: Das Unternehmen hat bereits im Vorfeld von El Capitan ein neues Release seiner NTFS-Treiber zur Verfügung gestellt: Paragon NTFS erlaubt Anwendern den Zugriff auf unter Windows formatierte Festplatten – El Capitan kann solche Platten nur lesen und nicht beschreiben.

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