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„Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung” © Martina Berger
© Martina Berger

Redaktion 25.03.2022

„Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung”

Deloitte und Teach for Austria ermöglichen jenen einen guten Start ins Berufsleben, die es schwer haben.

••• Von Georg Sander

WIEN. Deloitte auf der einen Seite, Teach for Austria auf der anderen Seite: Die Unternehmensberater und die NGO kooperieren beim Projekt Jump und wollen so jungen Menschen, die aufgrund verschiedener Umstände einen erschwerten Start ins Leben hatten, ein Sprungbrett ins Berufsleben bieten. Harald Breit von Deloitte und Severin Broucek von Teach for Austria erklären im Interview mit medianet, worum es genau geht.

medianet: Jump, die Bildungsinitiative von Deloitte und Teach for Austria, soll ein Sprungbrett ins Berufsleben sein. Skizzieren Sie bitte, was gemacht wird.
Severin Broucek: Mit Jump fördern wir Kinder und Jugendliche, die aufgrund erschwerter persönlicher Umstände stark gefährdet sind, ihre Ausbildung frühzeitig abzubrechen. Denn wir bei Teach For Austria glauben, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung hat, egal wie viel Geld oder welchen Bildungsgrad die Eltern haben.
Harald Breit: Im Projekt Jump bringen wir Deloitte Experts mit Teach For Austria Fellows zusammen, damit diese mit vereinten Kräften die Kinder in Richtung weiteren Bildungsweg fördern können. Die Deloitte Experts unterstützen dabei vor allem bei Themen wie digitale Kompetenzen, niederschwellige wirtschaftliche Bildung, Potenzialförderung und Bewerbungstrainings.

medianet:
Können Sie den Grundgedanken hinter der Initiative noch genauer ausführen? Warum engagiert sich Deloitte in diesem Bereich?
Breit: Bildung ist ein wichtiger Grundstein für ein erfolgreiches Leben und die Integration in den Arbeitsmarkt sowie last but not least die Gesellschaft. Leider hat die Coronapandemie Benachteiligungen nur noch verstärkt und gerade den Übertritt von der Schule ins Berufsleben für ohnehin bereits ausgrenzungsgefährdete Jugendliche nur noch weiter erschwert. Diese gilt es aufzufangen und in den Arbeitsmarkt zu integrieren, um die Wirtschaft nach zwei Jahren Coronapandemie zu stärken und dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.

medianet:
Das Projekt findet vor allem in Schulen statt, an denen der Anteil von Kindern aus bildungsfernen Schichten sehr groß ist. Wie sieht die Unterstützung der Kids aus?
Broucek: Respekt und Wertschätzung sind enorm wichtig. Dabei spielen die Deloitte-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter natürlich eine tragende Rolle, wenn sie als ‚externe Besucherinnen und Besucher' in die Klassen kommen. Das hat auf die Kinder eine sehr große Wirkung. Gerade auch persönliche Bildungs- und Karrierewege haben eine Vorbildfunktion für die Kinder und ermutigen sie, ihren eigenen Interessen und Stärken zu folgen. Sie werden dabei unterstützt, ihr Potenzial zu erkennen und zu heben.

medianet:
Wie haben Deloitte und Teach for Austria für dieses Projekt zusammengefunden?
Breit: Das Projekt Jump ist Teil unseres österreichweiten CSR-Programms, das im Deloitte Future Fund gebündelt ist. Damit widmen wir uns seit 2016 der Schaffung von Perspektiven für benachteiligte Bevölkerungsgruppen und stellen jeweils für fünf Jahre sowohl eine Mio. Euro, als auch 10.000 Arbeitsstunden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Projektunterstützung zur Verfügung. In unserer bereits zweiten Programm-Periode widmen wir uns bis 2026 zwei brandaktuellen Themen am Standort Österreich: der Arbeitsmarkt- und Klimakrise. Um bei diesem großen Vorhaben die richtige Expertise an Bord zu haben, starteten wir Anfang 2021 einen öffentlichen Call for Proposals. Bei diesem bewarb sich u.a. Teach For Austria mit einem Corporate Volunteering-Projekt. Als Teil eines mehrstufigen Auswahlprozesses durften unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Projekten mitentscheiden und sie waren gleich Feuer und Flamme für Jump – damit war die Wahl klar.

medianet:
Deloitte kennen wohl alle, Teach for Austria auch. Aber wer sind die ‚Fellows'?
Broucek: Fellows sind besonders geeignete Hoch­schul­absol­ventinnen und -Absolventen, die wir rekrutieren und ausbilden, um sie für zwei Jahre als Vollzeitlehrkäfte an herausfordernde Mittel- und Polytechnische Schulen sowie Kindergärten zu bringen. Dort setzen sie sich für Kinder mit schwierigen Startbedingungen ein.

medianet:
Welche bzw. in welchem Ausmaß bringen sich die Deloitte-Mitarbeiter ein?
Breit: In unseren Deloitte Future Fund-Projekten können sich alle engagieren, denen soziales Engagement am Herzen liegt – von Assistant bis Partner und quer verstreut über alle Unternehmensbereiche. Voraussetzung hierfür ist ein Mindestaufwand von durchschnittlich einer Stunde pro Woche. Diese gilt als Arbeitszeit und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich die Zeit mit den Fellows flexibel einteilen sowie in ihren jeweiligen Arbeitsablauf integrieren.

medianet:
Wie lange läuft das Projekt und wie misst man den Erfolg?
Breit: Das Projekt wird voraussichtlich fünf Jahre laufen. Eines unserer Ziele ist es, in diesen fünf Jahren 1.000 Kinder und Jugendliche mit Jump auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen.
Broucek: Ein Hauptkriterium dabei ist der tatsächliche Übertritt in einen weiterführenden Bildungsweg, was auch eine Lehrausbildung für möglichst alle unserer Schülerinnen und Schüler beinhaltet. Wir sind guter Dinge, dieses Ziel mit vereinten Kräften auch zu erreichen.

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