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So wollen die Touristiker das Virus überwinden © Atelier Wokersdorfer/Das Rieser
© Atelier Wokersdorfer/Das Rieser

Redaktion 16.10.2020

So wollen die Touristiker das Virus überwinden

Corona zum Trotz soll die Wintersaison in Österreich jetzt in die Gänge kommen – es gibt sogar Neueröffnungen.

••• Von Paul Christian Jezek

Noch im September hatte die Bundesregierung ein „Paket” für den Wintertourismus präsentiert, das konkrete Sicherheitsmaßnahmen enthält, um das Infektionsrisiko bestmöglich zu minimieren, dem Tourismus ein Überleben zu ermöglichen und den Gästen gleichzeitig ein schönes Urlaubserlebnis zu bieten.

„Après-Ski, wie wir es bisher kannten, wird es heuer nicht geben”, sagt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. „Halten wir zusammen, um uns selbst und unsere Gäste zu schützen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass die Infektionszahlen wieder sinken und Reisewarnungen gegen Österreich zurückgenommen werden.”
Im größten Bundesland Niederösterreich soll es ab Mitte November einen Fördercall für Tourismusbetriebe geben, die in Hygienemaßnahmen investieren. „Nur wenn sich unsere Gäste sicher in Niederösterreich fühlen können, werden sie unbeschwerte Stunden auf den heimischen Pisten verbringen wollen”, kommentiert Tourismus­landesrat ­Jochen Danninger. „Daher müssen wir alles tun, um das Infektionsrisiko möglichst zu minimieren.”
Die meisten Aufstiegshilfen sind Schlepp- und Sessellifte (Gondeln sind in Niederösterreich die Ausnahme), und auf den Pisten ist genügend Platz vorhanden, um ausreichend Abstand zu halten. Danninger: „Après-Ski spielt bei uns als Familienskiland keine große Rolle. Der Schulterschluss der Skigebiete, die sich einheitlichen Verhaltensregeln und einem gemeinsamen Präventionskonzept verschrieben haben sowie ihre Mitarbeiter regelmäßig auf Covid-19 testen, wird massiv helfen, das Beste aus der kommenden Wintersaison zu machen.”

Effizientes Risikomanagement

In Westösterreich packte man das Problem wissenschaftlich an. „Um einen sicheren Wintertourismus zu gewährleisten, muss die Komplexität des Covid-19 Managements reduziert, transparent kommuniziert, einheitlich gehandelt, die Kompromissbereitschaft gefördert und attraktiv gehandelt werden”, lautet das Resümee des Forschungsprojekts des Centers for Social and Health Innovation (CSHI) am Management Center Innsbruck (MCI) für alle Gemeinden, Tourismusverbände und Seilbahnunternehmen in ­Tirol und Vorarlberg.

„Die aktuelle Situation beinhaltet das Potenzial, einen Kulturwechsel im Wintertourismus anzustoßen”, sieht Siegfried Walch (Leiter des MCI-Department Nonprofit-, Sozial- und Gesundheitsmanagement) sogar eine generelle Upgrade-Möglichkeit. „Nicht alle Maßnahmen müssen der Minimierung von Infektionsgeschehen zugeordnet werden, sondern können darüber hinaus einen neuen Servicegedanken etablieren und langfristig die Qualität der Angebote im Wintertourismus erhöhen.”
Von besonderer Bedeutung wird eine allgemeine Kompromissbereitschaft sein: „Die Konkurrenz sitzt dieses Jahr nicht im Nachbartal, die Konkurrenten sind das Virus, die Reisewarnungen, der Lockdown.”

Auf los geht’s los

In Sölden beginnt die Skiweltcup-Saison so früh wie noch nie, nämlich bereits dieses Wochenende, am 17. und 18.10. – diesmal allerdings ohne Zuschauer.

Danach hält der allgemeine Tourismus auf dem Rettenbach- und Tiefenbachgletscher Einzug, wenn auch eingeschränkt: Das wöchentliche Nachtskifahren und Nachtrodeln, der Hütten­abend im Bergrestaurant Tirolerstube, das Elements by night und das Summit Dinner finden statt, die wöchentlichen Veranstaltungen Indian Girl (Ski Show) und Electric Mountain Partys hingegen nicht.
Über das Electric Mountain Festival (8. und 9.4.2021) und Hannibal (16.4.) wurde noch keine Entscheidung getroffen.

Skifahren schon im Oktober

Am Hintertuxer Gletscher – Öster­reichs einzigem Ganzjahresskigebiet – wedeln und carven die Skifahrer bereits jetzt auf top präparierten Pisten.

Bis auf 3.250 m geht es hinauf in ein traumhaftes Bergpanorama.
Die Skiregion zählt zu den Top-10-Skigebieten des Landes und eröffnet mit ihren sechs Skibergen zahlreiche Möglichkeiten zum Skifahren, Freeriden und Boarden.

Neues in Obergurgl

Am 19.11. startet das Hochfirst in Obergurgl-Hochgurgl in die Saison – u.a. mit Flex-Tarifen für Skifahrer, die vorausplanen.

Wer sich bis fünf Tage vor seinem Urlaub im Online-Shop einen Skipass sichert, profitiert bei diesem neuen, dynamischen Modell für Skipässe von bis zu 20% günstigeren Preisen – je früher, desto kostengünstiger für 112 schneesichere Pistenkilometer zwischen 1.800 und 3.080 m Höhe und 25 leistungsstarke Liftanlangen.

Im Nightjet zum Schnee

Last but not least wird in diesem Winter nachhaltige Mobilität immer wichtiger. Mit dem Projekt „Im Nightjet zum Schnee” bauen ÖBB, der Fachverband der österreichischen Seilbahnen und die Tirol Werbung das Bahnangebot in Richtung Skigebiete samt entspannter An- und Rückreise in den Nachtzügen der ÖBB weiter aus.

Die Pakete samt Bahnfahrt, 3-, 4-, 5- oder 6-Tage-Skipass sowie Transfer sind nunmehr für die Tiroler Skigebiete St. Anton am Arlberg, Stubaier Gletscher, Skiwelt Wilder Kaiser – Brixental und Skistar St. Johann in Tirol, KitzSki – Skigebiet Kitzbühel und Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau buchbar.
Außerdem offerieren die ÖBB im Rahmen der „Wintersport-Kombitickets” die gemeinsame Buchung von Reisen in Tageszügen und Skipässen – und auch dieses Angebot wird von immer mehr Wintersportdestinationen aufgenommen und hilft somit dabei, den Individualverkehr in den Tourismusregionen weiter zu verringern. Mit dabei sind u.a. die Skiregionen Schladming, Stuhleck, Lech-Zürs, Gastein, Snow Space Salzburg und Zell am See/Kaprun.

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