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Ungenutztes Potenzial © APA/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Betreiber von Windkraftanlagen könnten effizienter wirtschaften.

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Betreiber von Windkraftanlagen könnten effizienter wirtschaften.

Redaktion 01.04.2016

Ungenutztes Potenzial

Roland Berger-Studie zeigt, dass die Wirtschaftlichkeit deutscher Onshore-Windkraftwerke noch deutlich verbessert werden kann.

MÜNCHEN. „Die Kapazitäten zur Stromerzeugung aus Windkraft haben sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit verfünfzigfacht”, sagt Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger. „Und speziell die Windstromerzeugung an Land ist mittlerweile in vielen europäischen Märkten wettbewerbsfähig geworden.”

So sind die Kosten zwischen 2010 und 2014 um ein Drittel gesunken, und Strom aus Onshore-Wind ist an guten Standorten selbst ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder Kernkraftwerken.

300 Millionen Euro jährlich

Angesichts des aktuell niedrigen Ölpreises, der sich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit Alternativer Energien auswirkt, sowie sinkender Förderungen und Einspeistarife sollten die Kraftwerksbetreiber gerade jetzt mehr Wert auf die Wirtschaftlichkeit legen.

Und hier liegt, wie eine Benchmark-Studie von Roland Berger zeigt, noch viel ungenutztes Potenzial.
Denn bisher verzichtet man auf jährliche Gewinne in der Höhe von immerhin 300 Mio. €.
Bei den Betriebskosten beträgt das Einsparpotenzial in Schnitt 45%.

Wartung geht auch günstiger

Wartungskosten sind mit einem Anteil von 17,2% an den Einspeis­erlösen der mit Abstand größte Einzelposten und in dessen Optimierung steckt entsprechend hohes Potenzial, nämlich rund 36%.

Gerade bei neueren Anlagen oder solchen in Planung lassen sich ­Garantieleistungen und Wartungsverträge mit den Herstellern häufig verhandeln. Zudem können auch herstellerunabhängige Dienstleister eine interessante Alternative darstellen.
Kostensenkungsmöglichkeiten orten die Roland Berger-Experten bei der Pacht und raten dazu, nach Möglichkeit windabhängige Zahlungen zu vereinbaren bzw. den Kauf der Fläche zu überlegen. Weitere Hebel betreffen die Bereiche Versicherungen, Projektmanagement, Refinanzierung und Reparaturen. (red)

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