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Ein Wiedersehen, das Freude macht © Christian Dusek

„Mehrweg ist der beste Weg” Ja! Natürlich-Geschäftsführerin Martina Hörmer mit der neuen, ökologisch nachhaltigeren Mehrweg-Flasche.

© Christian Dusek

„Mehrweg ist der beste Weg” Ja! Natürlich-Geschäftsführerin Martina Hörmer mit der neuen, ökologisch nachhaltigeren Mehrweg-Flasche.

Redaktion 13.03.2020

Ein Wiedersehen, das Freude macht

Die Bio-Milch von Ja! Natürlich wird seit Kurzem erstmals in Mehrweg-Glasflaschen ausgeliefert.

WIENER NEUDORF. Schon als Ja! Natürlich im Frühjahr 2018 Milch in der Einweg-Glasflasche auf den Markt brachte, schien der nächste Schritt nur eine Frage der Zeit: Einwegglas ist zwar gut zu recyceln, aber ungleich weniger ökologisch nachhaltig als Mehrweg-Glas.

Keine zwei Jahre später betrug der Anteil der in Glasflaschen verkauften Milch bei Ja! Natürlich bereits fast ein Viertel, womit nicht nur deutlich die Erwartungen übertroffen wurden, sondern auch der Entschluss zum nächsten Schritt leicht fiel: Die Umstellung auf Mehrweg, die Ja! Natürlich nun realisiert hat.

Ziel erreicht

„Seit dem ersten Tag war es unser erklärtes Ziel, möglichst bald auf ein Mehrweg-System umstellen zu können. Die intensiven Bemühungen aller Beteiligten haben sich gelohnt. Möglich ist dies nur durch das flächendeckende Rückgabe-System unserer Handelsfirmen”, erklärt Ja! Natürlich-Geschäftsführerin Martina Hörmer.

Die Einführung der Milch in der Einwegglasflasche ist so als geglückter Testlauf zu verstehen, infolgedessen auch der langjährige Partner Berglandmilch – die Mehrweg-Glasflaschenabfüllung und Waschung der Flaschen findet am Standort Aschbach statt – von der Investition in ein Mehrweg-System überzeugt werden konnte.

Wahlfreiheit

Dem Kunden bleibt die Wahl zwischen Tetra Pak – das ökologisch ebenfalls eine gute Figur macht – und Mehrweg-Glas; Letzteres könne durchaus als „Premium-Variante” gesehen werden, die etwa auch zu bestimmten Anlässen gekauft wird.

Nach der Rückgabe der leeren, mit 22 Cent Pfand belegten Flaschen werden diese täglich in den Filialen gesammelt, gemeinsam mit dem anderen Mehrweg-Leergut abgeholt und nach Sortierung an die Molkerei zur Wiederverwendung zurückgebracht.
Die Mehrwegglasflasche unterscheidet sich vom Vorgänger hinsichtlich ihrer Stabilität, um möglichst viele Umläufe zu ermöglichen – „sehr vorsichtig” werde mit einer Anzahl von mindestens 15 Umläufen kalkuliert, man gehe aber davon aus, „dass es deutlich mehr sein könnten”, so Hörmer.
Laut Greenpeace seien Mehrweg-Verpackungen die umweltfreundlichste Lösung; im Vergleich zu Tetrapak und R-PET benötigen Mehrweg-Glasflaschen in der Produktion einen höheren Energie- und Ressourcenaufwand; dafür ist es die stabilste und hochwertigste Verpackung, die nach dem Genuss der Milch nicht im Abfall landet; man geht davon aus, dass Mehrweg-Flaschen im Idealfall bis zu 40 Mal wiederbefüllt werden. Schon wenn sie mindestens 15 Mal benutzt und weniger als 200 km transportiert werden, seien sie umweltfreundlicher als ein Getränkekarton.

Anti-Plastik-Kampagne

Gegen den sorglosen Umgang mit Verpackungen, die auch über heimische Gewässer in unsere Meere gelangen, tritt Ja! Natürlich auch in der aktuellen Kampagne „Raus aus einem Meer von Plastik” auf.

Aus seiner Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt hat Ja! Natürlich nach Eigenangaben seit 2011 durch die Reduktion von Verpackungen und die Umstellung auf Green Packaging bereits insgesamt rund 1.000 tPlastik bei Obst und Gemüse eingespart, was der Ladung von 140 Müllwägen entspreche.
Als erste Bio-Marke Österreichs wurde Ja! Natürlich 1994 gegründet; vergangenen November wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Die Rewe International macht mit den rd. 1.100 Ja! Natürlich-Produkten einen Umsatz von 450 Mio. €, der Marktanteil bei Billa und Merkur liegt bei 13 bis 14%. 2019 stand ganz im Zeichen des „Green Packaging Countdowns” mit dem Ziel der umweltfreundlicheren bzw. losen Verpackung des Obst- und Gemüsesortiments. (haf)

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