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Eine bittere Pille für den Handel © APA/Helmut Fohringer

Umsatzverluste und Job-Gefährdung – aus Sicht des Handelsverbands ist die Lockdown-Verlängerung nicht sinnhaft; die Ansteckung passiere im Privatbereich.

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Umsatzverluste und Job-Gefährdung – aus Sicht des Handelsverbands ist die Lockdown-Verlängerung nicht sinnhaft; die Ansteckung passiere im Privatbereich.

Redaktion 09.04.2021

Eine bittere Pille für den Handel

Der Non-Food-Handel in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland bleibt bis 18. April geschlossen.

WIEN. Die Verlängerung des harten Lockdowns in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland bis zum 18. April 2021 wird einmal mehr eine Herausforderung für den Handel: Mehr als 10.000 betroffene stationäre Händler in der Ostregion müssen somit ihre Geschäfte weiterhin geschlossen halten. Das steht laut Einschätzung des Handelsverbandes für Umsatzverluste von rund 420 Mio. € pro Woche.

Falsche Entscheidung?

„Aus unserer Sicht ist die heutige Entscheidung, Wien, Niederösterreich und das Burgenland im vierten Dauerlockdown zu halten, kaum noch argumentierbar”, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. „Mit jeder weiteren Einschränkung des öffentlichen Raums verlagert man das Ansteckungsgeschehen noch stärker ins Private – wo man eben nicht kontrollieren kann.”

Will bezieht sich damit auf die Ages-Clusteranalysen, wonach 70% aller Corona-Infektionen im Privatbereich und weitere 15% in der Freizeit passieren. „Den Handel, der kein Corona-Hotspot ist, zuzusperren, nur um die Mobilität der Menschen zu reduzieren – das ist nicht verhältnismäßig und das kann nicht der richtige Weg sein”, so Will weiter.
Auch der Blick nach Deutschland zeige: Dort steigen die Corona-Fallzahlen seit Wochen stark an, obwohl das Land im Dauerlockdown und der stationäre Non-Food-Handel geschlossen ist. Aktuelle Studien würden überdies belegen, dass die Strategie „harter Lockdown” nicht (mehr) hinreichend funktioniert: Während des ersten harten Lockdowns im März 2020 gab es in Österreich noch einen reduzierten Bewegungsradius um 57 bis 80%, im zweiten Lockdown waren es zwischen 33 und 50% und im dritten Lockdown nur noch zwischen 12 und 42%. Im vierten Lockdown könnte diese Rate sogar auf weit unter 30% sinken.
„Wir sehen bereits seit Monaten, dass Teile der Bevölkerung nach mehr als einem Jahr Coronakrise nicht mehr bereit sind, Ausgangssperren oder Kontaktverbote hinzunehmen. Der Blick auf die Straßen zeigt, dass diese im dritten oder jetzt im vierten Lockdown nicht mehr menschenleer sind. Das bestätigt auch die Analyse der Mobilitätsdaten – es gibt einen deutlichen Abnützungseffekt von Lockdown zu Lockdown”, sagt Will.

Set an Corona-Hilfen

Jeder zusätzliche Lockdown-Tag verschlimmere die Lage der betroffenen Handelsbetriebe – daher fordert der Handelsverband ein zusätzliches Set an Corona-Hilfen, etwa eine Ausweitung des Kurzarbeitsbonus pro Mitarbeiter für die Händler im Osten. Sinnvoll sei überdies eine Erhöhung des Ausfallsbonus, um die bestehende Deckelungsproblematik zu entschärfen. (red)

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